Kosten- und Leistungsrechnung für Kaufleute für Büromanagement: Begriffe, Aufgaben, Formeln
Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) erfasst Kosten und Leistungen eines Betriebs, trennt fixe und variable Kosten und liefert mit Deckungsbeitrag, Break-even und Kennzahlen die Zahlen für Preisentscheidungen und Controlling. Hier findest du die wichtigsten Begriffe dazu als Glossar (8 von 10 im Trainer), 11 typische Aufgabenstellungen, 9 Formeln und die Einordnung in Lernfeld und Abschlussprüfung.
Lernfeld 10 · 3. Ausbildungsjahr
10 Begriffe
11 Aufgaben
9 Formeln
Einordnung: Lernfeld und Abschlussprüfung
Kosten- und Leistungsrechnung gehört nach dem Rahmenlehrplan für Kaufleute für Büromanagement zu diesem Lernfeld:
Geprüft wird der Stoff damit in diesem Prüfungsbereich: Teil 2 „Kundenbeziehungsprozesse“ (schriftlich, 150 Minuten, 30 % der Endnote).
Im Trainer sind die 11 Aufgaben so zugeordnet: AP2 11.
Quelle: Prüfungsbereiche, Dauer und Gewichtung nach BüroMKfAusbV vom 25.02.2025 (BGBl. 2025 I Nr. 62), §§ 7–16; Lernfelder und Stunden nach dem KMK-Rahmenlehrplan (KMK-Beschluss vom 27.09.2013 i. d. F. vom 20.03.2025).
Begriffe zu Kosten- und Leistungsrechnung
8 von 10 Karteikarten zu diesem Thema aus Büromausi — Begriff oder Frage oben, Erklärung darunter. Zum Lernen: erst den Begriff lesen, die Antwort im Kopf geben, dann vergleichen.
Aufwand vs. Kosten — die Abgrenzung
Aufwand = jeder Werteverzehr laut Finanzbuchhaltung. Kosten = nur der betriebsbedingte, periodenrichtige, ordentliche Werteverzehr. Neutraler Aufwand (betriebsfremd, periodenfremd, außerordentlich — z. B. Spende, Steuernachzahlung für 2023, Brandschaden) ist kein Kostenbestandteil. Umgekehrt gibt es Kosten ohne Aufwand: kalkulatorische Kosten (z. B. kalkulatorischer Unternehmerlohn). Entsprechend: Leistungen = betriebsbedingte Erträge.
Fixe vs. variable Kosten und Fixkostendegression
Fixe Kosten sind unabhängig von der Absatzmenge (Miete, Gehälter, Versicherung), variable steigen mit der Menge (Wareneinsatz, Verpackung, Provision). Fixkostendegression: Je mehr verkauft wird, desto geringer der Fixkostenanteil pro Stück — die Stückkosten sinken.
Einzelkosten vs. Gemeinkosten
Einzelkosten lassen sich einem Auftrag bzw. Produkt direkt zurechnen (Wareneinsatz, Montagestunden für einen Kunden). Gemeinkosten fallen für mehrere an (Miete, Verwaltung, IT) und werden über Schlüssel auf Kostenstellen verteilt und per Zuschlagssatz verrechnet.
Deckungsbeitrag — Formel und Entscheidung
Stückdeckungsbeitrag = Nettoverkaufspreis − variable Stückkosten. Gesamt-DB = Stück-DB × Menge; Betriebsergebnis = Gesamt-DB − Fixkosten. Kurzfristig gilt: Ein Zusatzauftrag mit positivem Stück-DB verbessert das Ergebnis, solange freie Kapazität besteht — auch wenn er die Vollkosten nicht deckt.
Verteilt die Gemeinkosten über Schlüssel (Fläche, Mitarbeiterzahl, Umsatz) auf Kostenstellen wie Einkauf, Lager, Vertrieb, Verwaltung. Ergebnis: Gemeinkosten je Stelle und Zuschlagssätze, z. B. Handlungskostenzuschlag = Handlungskosten ÷ Wareneinsatz × 100 — Basis der Verkaufskalkulation.
Kalkulation einer Dienstleistung — Stundenverrechnungssatz
Stundenverrechnungssatz = Kosten der Abteilung pro Jahr ÷ verrechenbare (produktive) Stunden pro Jahr. Beispiel Montageteam: 92.000 € ÷ 1.600 Std. = 57,50 €/Std. (Selbstkosten); darauf Gewinnzuschlag. Ein Auftrag mit 6 Montagestunden kostet damit 345 € zzgl. Gewinn und Material.
Wirtschaftlichkeit vs. Produktivität
Wirtschaftlichkeit = Leistungen (bzw. Erträge) ÷ Kosten (bzw. Aufwand) — Wert > 1 bedeutet wirtschaftlich. Produktivität = Ausbringungsmenge ÷ Einsatzmenge, mengenmäßig — z. B. bearbeitete Aufträge je Mitarbeiterstunde. Beide vergleicht man über Zeiträume oder mit anderen Abteilungen.
Die übrigen 2 Karten zu diesem Thema liegen im Trainer.
Im Trainer wiederholst du diese Karten mit Spaced Repetition — was sitzt, kommt seltener, was wackelt, bald wieder. Wie das funktioniert: Karteikarten für Kaufleute für Büromanagement.
Situation: Im Controlling der Kontorhaus Brandt GmbH werden die Kosten des Monats nach ihrem Verhalten bei Absatzschwankungen gegliedert.
Aufgabe: Welche Kostenart ist variabel?
Miete für das Lagergebäude in Bremen
Monatsgehalt der Geschäftsführerin
Abschreibung der Regalanlage (linear)
Leasingrate für die Telefonanlage
Wareneinsatz der verkauften Bürostühle
Lösung anzeigen
Richtig: E
Variable Kosten verändern sich mit der Absatzmenge — im Handel vor allem der Wareneinsatz (Einstandspreis der verkauften Ware), außerdem z. B. Ausgangsfrachten oder Provisionen. Miete, Gehälter, Leasingraten und lineare Abschreibung fallen unabhängig von der Menge an (fixe Kosten).
Tipp: Doppelt so viele Stühle verkauft — welche Kosten verdoppeln sich?
Aufgaben zu Kosten- und Leistungsrechnung
Im Trainer gibt es 11 Aufgaben zu diesem Thema in 3 Formaten (Multiple Choice, Rechnung, Offen), nach Schwierigkeit: 4 leicht, 3 mittel, 4 schwer. Die übrigen Aufgabenstellungen — Lösungswege und Musterlösungen stehen im Trainer:
Deckungsbeitrag eines Bürostuhl-ModellsRechnung · Mittel · LF 10
Break-even der ErgonomieberatungRechnung · Leicht · LF 10
Vorwärtskalkulation im Handel bis zum ListenverkaufspreisRechnung · Schwer · LF 10
Stundenverrechnungssatz des MontageteamsRechnung · Mittel · LF 10
Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) erfasst Kosten und Leistungen eines Betriebs, trennt fixe und variable Kosten und liefert mit Deckungsbeitrag, Break-even und Kennzahlen die Zahlen für Preisentscheidungen und Controlling. Bei Büromausi gehören 10 Karteikarten und 11 Aufgaben zu diesem Thema.
In welchem Lernfeld lernen Kaufleute für Büromanagement Kosten- und Leistungsrechnung?
Nach dem Rahmenlehrplan (Fassung vom 20.03.2025) in Lernfeld 10 „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“ (3. Ausbildungsjahr, 80 Unterrichtsstunden).
Wird Kosten- und Leistungsrechnung in Teil 1 oder Teil 2 der Abschlussprüfung geprüft?
Geprüft wird der Stoff damit in diesem Prüfungsbereich: Teil 2 „Kundenbeziehungsprozesse“ (schriftlich, 150 Minuten, 30 % der Endnote). Im Trainer sind die 11 Aufgaben so zugeordnet: AP2 11.
Welche Formeln brauche ich für Kosten- und Leistungsrechnung?
Zu Kosten- und Leistungsrechnung gehören vor allem: Deckungsbeitrag (Stück und gesamt), Break-even-Menge (Gewinnschwelle), Stückkosten (Kostendegression), Wirtschaftlichkeit, Produktivität, Umsatzrentabilität, Eigenkapitalrentabilität, Lineare Abschreibung (AfA) und Soll-Ist-Abweichung. Jede Formel steht mit Erklärung und Beispiel in der Formelsammlung.
Welche Aufgaben gibt es zu Kosten- und Leistungsrechnung?
Im Trainer gibt es 11 Aufgaben zu Kosten- und Leistungsrechnung: 1 Multiple Choice, 7 Rechnung und 3 Offen, 4 davon als schwer eingestuft. Zum Beispiel: Fixe und variable Kosten im Großhandel; Deckungsbeitrag eines Bürostuhl-Modells; Break-even der Ergonomieberatung.
Kann ich Kosten- und Leistungsrechnung kostenlos üben?
Die Begriffe auf dieser Seite kannst du frei lesen. Kostenlos und ohne Zahlungsdaten sind insgesamt 5 Aufgaben mit Musterlösung, 10 Karteikarten und eine Probe-Simulation mit 8 Aufgaben. Alle übrigen Aufgaben und Karten gibt es mit dem Vollzugang.
Kosten- und Leistungsrechnung mit dem Trainer üben
Bei Büromausi übst du die 11 Aufgaben mit Musterlösung und wiederholst die 10 Karteikarten mit Wiederholungsplan — zusammen mit Prüfungssimulationen nach AO 2025. Kostenlos und ohne Zahlungsdaten: 5 Aufgaben mit Musterlösung, 10 Karteikarten und eine Probe-Simulation mit 8 Aufgaben.