Lernfeld 10 · Kaufmann/-frau für Büromanagement · AO 2025
Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern
Kosten im Griff, Erfolg im Blick: Kostenarten, Deckungsbeitrag und Break-even, Kalkulation im Handel und bei Dienstleistungen sowie Kennzahlen und Soll-Ist-Vergleiche im Controlling.
Themen und Ausbildungsinhalte in Lernfeld 10
- Kosten & Leistungen, Kostenarten
- Deckungsbeitrag & Break-even
- Kalkulation im Handel & bei Dienstleistungen
- Kennzahlen: Rentabilität, Wirtschaftlichkeit
- Controlling & Soll-Ist-Vergleich
Wichtige Begriffe in Lernfeld 10
- Aufwand vs. Kosten — die Abgrenzung
- Aufwand = jeder Werteverzehr laut Finanzbuchhaltung. Kosten = nur der betriebsbedingte, periodenrichtige, ordentliche Werteverzehr. Neutraler Aufwand (betriebsfremd, periodenfremd, außerordentlich — z. B. Spende, Steuernachzahlung für 2023, Brandschaden) ist kein Kostenbestandteil. Umgekehrt gibt es Kosten ohne Aufwand: kalkulatorische Kosten (z. B. kalkulatorischer Unternehmerlohn). Entsprechend: Leistungen = betriebsbedingte Erträge.
- Fixe vs. variable Kosten und Fixkostendegression
- Fixe Kosten sind unabhängig von der Absatzmenge (Miete, Gehälter, Versicherung), variable steigen mit der Menge (Wareneinsatz, Verpackung, Provision). Fixkostendegression: Je mehr verkauft wird, desto geringer der Fixkostenanteil pro Stück — die Stückkosten sinken.
- Einzelkosten vs. Gemeinkosten
- Einzelkosten lassen sich einem Auftrag bzw. Produkt direkt zurechnen (Wareneinsatz, Montagestunden für einen Kunden). Gemeinkosten fallen für mehrere an (Miete, Verwaltung, IT) und werden über Schlüssel auf Kostenstellen verteilt und per Zuschlagssatz verrechnet.
- Deckungsbeitrag — Formel und Entscheidung
- Stückdeckungsbeitrag = Nettoverkaufspreis − variable Stückkosten. Gesamt-DB = Stück-DB × Menge; Betriebsergebnis = Gesamt-DB − Fixkosten. Kurzfristig gilt: Ein Zusatzauftrag mit positivem Stück-DB verbessert das Ergebnis, solange freie Kapazität besteht — auch wenn er die Vollkosten nicht deckt.
- Break-even-Point (Gewinnschwelle)
- Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag. Beispiel Bürostuhlmodell: Verkaufspreis 260 €, variable Kosten 180 €, Fixkosten 40.000 € → 40.000 ÷ 80 = 500 Stück. Darunter Verlust, darüber Gewinn — jeder weitere Stuhl bringt 80 € Gewinn.
- Vereinfachter Betriebsabrechnungsbogen (BAB)
- Verteilt die Gemeinkosten über Schlüssel (Fläche, Mitarbeiterzahl, Umsatz) auf Kostenstellen wie Einkauf, Lager, Vertrieb, Verwaltung. Ergebnis: Gemeinkosten je Stelle und Zuschlagssätze, z. B. Handlungskostenzuschlag = Handlungskosten ÷ Wareneinsatz × 100 — Basis der Verkaufskalkulation.
- Kalkulation einer Dienstleistung — Stundenverrechnungssatz
- Stundenverrechnungssatz = Kosten der Abteilung pro Jahr ÷ verrechenbare (produktive) Stunden pro Jahr. Beispiel Montageteam: 92.000 € ÷ 1.600 Std. = 57,50 €/Std. (Selbstkosten); darauf Gewinnzuschlag. Ein Auftrag mit 6 Montagestunden kostet damit 345 € zzgl. Gewinn und Material.
- Wirtschaftlichkeit vs. Produktivität
- Wirtschaftlichkeit = Leistungen (bzw. Erträge) ÷ Kosten (bzw. Aufwand) — Wert > 1 bedeutet wirtschaftlich. Produktivität = Ausbringungsmenge ÷ Einsatzmenge, mengenmäßig — z. B. bearbeitete Aufträge je Mitarbeiterstunde. Beide vergleicht man über Zeiträume oder mit anderen Abteilungen.
Im Trainer liegen 10 Karteikarten zu diesem Lernfeld — die übrigen 2 wiederholst du dort im Spaced-Repetition-Rhythmus.
Mehr Karteikarten für Kaufleute für Büromanagement — alle Lernfelder und wie die Wiederholung funktioniert.
Beispielaufgabe mit Lösung: Fixe und variable Kosten im Großhandel
Situation: Im Controlling der Kontorhaus Brandt GmbH werden die Kosten des Monats nach ihrem Verhalten bei Absatzschwankungen gegliedert.
Aufgabe: Welche Kostenart ist variabel?
- Miete für das Lagergebäude in Bremen
- Monatsgehalt der Geschäftsführerin
- Abschreibung der Regalanlage (linear)
- Leasingrate für die Telefonanlage
- Wareneinsatz der verkauften Bürostühle
Lösung anzeigen
Richtig: E
Variable Kosten verändern sich mit der Absatzmenge — im Handel vor allem der Wareneinsatz (Einstandspreis der verkauften Ware), außerdem z. B. Ausgangsfrachten oder Provisionen. Miete, Gehälter, Leasingraten und lineare Abschreibung fallen unabhängig von der Menge an (fixe Kosten).
Tipp: Doppelt so viele Stühle verkauft — welche Kosten verdoppeln sich?
Formeln zu Lernfeld 10
- Vorwärtskalkulation (Handel)
- Rückwärtskalkulation
- Differenzkalkulation
- Kalkulationszuschlag und Kalkulationsfaktor
- Handelsspanne
- Rechnungsbetrag mit Umsatzsteuer und Skonto
- Deckungsbeitrag (Stück und gesamt)
- Break-even-Menge (Gewinnschwelle)
- Stückkosten (Kostendegression)
- Wirtschaftlichkeit
- Produktivität
- Umsatzrentabilität
- Eigenkapitalrentabilität
- Lineare Abschreibung (AfA)
- Soll-Ist-Abweichung
Themen in Lernfeld 10 zum Nachschlagen
Jedes Thema hat eine eigene Seite mit den wichtigsten Begriffen aus dem Trainer, den Aufgabenstellungen und den passenden Formeln:
- Kosten- und Leistungsrechnung
Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) erfasst Kosten und Leistungen eines Betriebs, trennt fixe und variable Kosten und liefert mit Deckungsbeitrag, Break-even und Kennzahlen die Zahlen für Preisentscheidungen und Controlling.
Typische Prüfungsaufgaben zu Lernfeld 10
Der Trainer enthält 11 Aufgaben zu diesem Lernfeld, verteilt auf 3 Aufgabenformate (Multiple Choice, Rechnung, Offen). Ein Ausschnitt der Aufgabenstellungen:
- Fixe und variable Kosten im Großhandel
- Deckungsbeitrag eines Bürostuhl-Modells
- Break-even der Ergonomieberatung
- Vorwärtskalkulation im Handel bis zum Listenverkaufspreis
- Stundenverrechnungssatz des Montageteams
- Rentabilitätskennzahlen berechnen
- Soll-Ist-Vergleich einer Kostenstelle
- Differenzkalkulation bei vorgegebenem Marktpreis
- Zusatzauftrag unter Vollkosten beurteilen
- Kostenabweichung analysieren und Maßnahmen ableiten
Häufige Fragen zu Lernfeld 10
In welchem Ausbildungsjahr kommt Lernfeld 10 dran?
Lernfeld 10 „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“ ist im Rahmenlehrplan dem 3. Ausbildungsjahr zugeordnet und umfasst 80 Unterrichtsstunden.
In welchem Prüfungsteil wird Lernfeld 10 geprüft?
Der Stoff von Lernfeld 10 wird vor allem hier geprüft: Teil 2 „Kundenbeziehungsprozesse“ (150 Minuten, 30 % der Endnote). Die Abschlussprüfung für Kaufleute für Büromanagement ist gestreckt: Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung (§ 7 BüroMKfAusbV).
Was muss ich in Lernfeld 10 können?
Kosten und Leistungen erfassen, kalkulieren, Deckungsbeiträge ermitteln und den Erfolg mit Kennzahlen steuern. Die Kernthemen sind: Kosten & Leistungen, Kostenarten; Deckungsbeitrag & Break-even; Kalkulation im Handel & bei Dienstleistungen; Kennzahlen: Rentabilität, Wirtschaftlichkeit; Controlling & Soll-Ist-Vergleich.
Wie viel Übungsmaterial gibt es zu Lernfeld 10?
Bei Büromausi sind 11 Aufgaben mit Musterlösung und 10 Karteikarten diesem Lernfeld zugeordnet. Ein Teil davon ist ohne Bezahlung zugänglich.
Lernfeld 10 gezielt üben
Bei Büromausi findest du zu diesem Lernfeld prüfungsnahe Aufgaben mit Musterlösung, Karteikarten mit Spaced Repetition und Prüfungssimulationen — alle den 13 Lernfeldern nach AO 2025 zugeordnet, mit echtem Fortschritt.
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