Formel · Verkaufskalkulation
Differenzkalkulation
Die Differenzkalkulation ermittelt den Gewinn, der bleibt, wenn sowohl der Bezugspreis als auch der am Markt erzielbare Verkaufspreis feststehen: vorwärts bis zu den Selbstkosten, rückwärts bis zum Barverkaufspreis, die Differenz ist der Gewinn.
Gewinn = Barverkaufspreis − Selbstkosten; Gewinnzuschlag = Gewinn ÷ Selbstkosten × 100
Bezugspreis und Marktpreis stehen fest: Vom Bezugspreis vorwärts bis zu den Selbstkosten, vom Listenverkaufspreis rückwärts bis zum Barverkaufspreis — die Differenz ist der Gewinn.
Typische Fehler bei Differenzkalkulation
- Den Gewinn als Differenz von Listenverkaufspreis und Bezugspreis berechnen — dazwischen liegen noch Handlungskosten, Kundenskonto und Kundenrabatt.
- Den Gewinnzuschlag auf den Barverkaufspreis statt auf die Selbstkosten beziehen.
- Einen negativen Gewinn als Rechenfehler werten: Er zeigt, dass der Marktpreis die Selbstkosten nicht deckt.
Wo Differenzkalkulation in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 3: Aufträge bearbeiten und Lernfeld 10: Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern. Kundenanfragen kundenorientiert bearbeiten, Angebote kalkulieren, Aufträge abwickeln und den Zahlungseingang überwachen.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 3 (Teil 1 / Teil 2) und Lernfeld 10 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1 · Kundenbeziehungsprozesse · Auftrag, Kunde & Personal · Kundenbeziehungsprozesse · Kaufmännische Steuerung.
Die Begriffe dazu
- Rückwärts- und Differenzkalkulation
- Rückwärts: vom Marktpreis zum höchstmöglichen Bezugspreis — Rabatt und Skonto abziehen (vom Hundert), Gewinn und Handlungskosten herausrechnen (bei 10 % Gewinn ÷ 1,10, bei 25 % Handlungskosten ÷ 1,25). Differenz: Bezugs- und Verkaufspreis stehen fest, gesucht ist der Gewinn. Beispiel: 300 € − 10 % − 2 % = 264,60 € − Selbstkosten 225 € = 39,60 € Gewinn (17,6 %).
- Verkaufskalkulation (vorwärts) im Handel
- Bezugspreis + Handlungskosten = Selbstkosten + Gewinn = Barverkaufspreis + Kundenskonto (im Hundert) = Zielverkaufspreis + Kundenrabatt (im Hundert) = Listenverkaufspreis netto. Beispiel: 180 € + 25 % = 225 € + 10 % = 247,50 € ÷ 0,98 = 252,55 € ÷ 0,90 = 280,61 €.
- Kalkulationszuschlag, Kalkulationsfaktor, Handelsspanne
- Kalkulationszuschlag = (Listenverkaufspreis netto − Bezugspreis) ÷ Bezugspreis × 100. Kalkulationsfaktor = LVP ÷ Bezugspreis. Handelsspanne = (LVP − Bezugspreis) ÷ LVP × 100. Beispiel 180 € → 280,61 €: Zuschlag 55,9 %, Faktor 1,56, Spanne 35,85 %.
- Rabatt, Skonto, Bonus — der Unterschied
- Rabatt: sofortiger Preisnachlass bei Vertragsschluss (Mengen-, Treue-, Wiederverkäufer-, Sonderrabatt). Skonto: Nachlass für Zahlung innerhalb der Skontofrist (z. B. 2 % in 10 Tagen, 30 Tage netto). Bonus: nachträgliche Vergütung, wenn ein Jahresumsatz erreicht wurde.
- Kundenauftrag — vom Eingang bis zum Zahlungseingang
- Anfrage prüfen → Angebot → Bestellung prüfen (Bonität, Liefertermin, Lagerbestand) → Auftragsbestätigung → Kommissionieren und Versenden mit Lieferschein → Rechnung → Zahlungseingang überwachen (Offene-Posten-Liste) → ggf. Mahnung. Jeder Schritt wird im Warenwirtschafts- bzw. ERP-System dokumentiert.
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 32 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Bindung an ein Angebot ohne Frist beurteilen
- Listenverkaufspreis per Vorwärtskalkulation ermitteln
- Angebot aus einer Kundenanfrage kalkulieren
- Höchstzulässigen Bezugspreis rückwärts kalkulieren
- Gewinn per Differenzkalkulation prüfen
- Pflichtangaben einer Rechnung nach § 14 UStG
- Kleinbetragsrechnung im Showroom ausstellen
- Zahlungseingang mit Skontoabzug prüfen
Verwandte Formeln
- Vorwärtskalkulation (Handel)
Bezugspreis + Handlungskosten = Selbstkosten + Gewinn = Barverkaufspreis + Kundenskonto = Zielverkaufspreis + Kundenrabatt = Listenverkaufspreis (netto) - Rückwärtskalkulation
Listenverkaufspreis − Kundenrabatt = Zielverkaufspreis − Kundenskonto = Barverkaufspreis − Gewinn = Selbstkosten − Handlungskosten = Bezugspreis (Obergrenze) - Deckungsbeitrag (Stück und gesamt)
db = Verkaufspreis − variable Stückkosten; DB = db × Menge; Betriebsergebnis = DB − Fixkosten - Kalkulationszuschlag und Kalkulationsfaktor
Kalkulationszuschlag = (Listenverkaufspreis − Bezugspreis) ÷ Bezugspreis × 100; Kalkulationsfaktor = Listenverkaufspreis ÷ Bezugspreis - Handelsspanne
(Listenverkaufspreis − Bezugspreis) ÷ Listenverkaufspreis × 100 - Rechnungsbetrag mit Umsatzsteuer und Skonto
Umsatzsteuer = Nettobetrag × 19 ÷ 100; Rechnungsbetrag = Nettobetrag + Umsatzsteuer; Überweisungsbetrag = Rechnungsbetrag − Rechnungsbetrag × Skontosatz ÷ 100
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Differenzkalkulation?
Differenzkalkulation: Gewinn = Barverkaufspreis − Selbstkosten; Gewinnzuschlag = Gewinn ÷ Selbstkosten × 100 — Bezugspreis und Marktpreis stehen fest: Vom Bezugspreis vorwärts bis zu den Selbstkosten, vom Listenverkaufspreis rückwärts bis zum Barverkaufspreis — die Differenz ist der Gewinn.
Welche Fehler passieren bei Differenzkalkulation häufig?
Den Gewinn als Differenz von Listenverkaufspreis und Bezugspreis berechnen — dazwischen liegen noch Handlungskosten, Kundenskonto und Kundenrabatt. Den Gewinnzuschlag auf den Barverkaufspreis statt auf die Selbstkosten beziehen. Einen negativen Gewinn als Rechenfehler werten: Er zeigt, dass der Marktpreis die Selbstkosten nicht deckt.
Wie sieht ein Praxisbeispiel für die Differenzkalkulation aus?
Die Kontorhaus Brandt GmbH bezieht einen Bürostuhl für 520 €, Handlungskosten 30 %: Selbstkosten 676 €. Der Marktpreis liegt bei 890 € netto; nach 10 % Kundenrabatt (801 €) und 2 % Kundenskonto (16,02 €) bleibt ein Barverkaufspreis von 784,98 €. Gewinn: 784,98 € − 676 € = 108,98 €. Gewinnzuschlag: 108,98 € ÷ 676 € × 100 ≈ 16,12 %.
Wie wird die Differenzkalkulation in der Prüfung eingesetzt?
Meist als Entscheidungsfrage: Lohnt es sich, einen Artikel zum Marktpreis ins Sortiment aufzunehmen oder einen Kundenauftrag zu einem vorgegebenen Preis anzunehmen? Dazu gehört in Teil 2 eine kurze Begründung, ob der ermittelte Gewinnzuschlag dem angestrebten entspricht.
In welchem Lernfeld kommt Differenzkalkulation vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 3 „Aufträge bearbeiten“ (1. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1 / Teil 2) und Lernfeld 10 „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).
Welche Formeln gehören noch zu Verkaufskalkulation?
Zum Bereich Verkaufskalkulation zählen außerdem: Vorwärtskalkulation (Handel), Rückwärtskalkulation, Kalkulationszuschlag und Kalkulationsfaktor, Handelsspanne, Rechnungsbetrag mit Umsatzsteuer und Skonto.
Rechnen statt nachschlagen
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