Formel · Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen

Eigenkapitalrentabilität

Die Eigenkapitalrentabilität gibt an, mit wie viel Prozent sich das von den Eigentümern eingesetzte Kapital in einem Jahr verzinst hat.

Formel

Gewinn (Jahresüberschuss) ÷ Eigenkapital × 100

Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals; Maßstab ist der Zins einer risikoarmen Anlage plus Risikoprämie.

  • Lernfeld 10 · 3. Jahr
  • Lernfeld 6 · 2. Jahr
  • Prüfung: Teil 2

Eigenkapitalrentabilität berechnen: Beispiel und Rechner

Beispiel — gegeben: Jahresüberschuss 180.000,00 €, Eigenkapital 1.200.000,00 €.

Rechenweg

  1. 180.000,00 € ÷ 1.200.000,00 € × 100 = 15 %

Ergebnis Eigenkapitalrentabilität = 15 %

Typische Fehler bei Eigenkapitalrentabilität

  • Durch das Gesamtkapital statt durch das Eigenkapital teilen.
  • Fremdkapitalzinsen addieren — das gehört nur zur Gesamtkapitalrentabilität.
  • Nicht prüfen, ob mit dem durchschnittlichen Eigenkapital gerechnet werden soll, wenn die Aufgabe Anfangs- und Schlussbestand nennt.

Wann ist der Wert gut?

Einen festen Richtwert gibt es nicht. Als Maßstab dient meist der Zins einer risikoarmen Geldanlage: Die Eigenkapitalrentabilität sollte deutlich darüber liegen, weil die Eigentümer ein unternehmerisches Risiko tragen (Risikoprämie). Aussagekräftig ist außerdem der Vergleich mit Vorjahren und Unternehmen derselben Branche.

Wo Eigenkapitalrentabilität in der Prüfung vorkommt

Die Formel gehört zu Lernfeld 10: Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern und Lernfeld 6: Werteströme erfassen und beurteilen. Kosten und Leistungen erfassen, kalkulieren, Deckungsbeiträge ermitteln und den Erfolg mit Kennzahlen steuern.

In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 10 (Teil 2) und Lernfeld 6 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Kundenbeziehungsprozesse · Kaufmännische Steuerung.

Die Begriffe dazu

Umsatz- und Gesamtkapitalrentabilität
Umsatzrentabilität = Gewinn ÷ Umsatz × 100 — wie viel Cent Gewinn bleiben von jedem Euro Umsatz. Gesamtkapitalrentabilität = (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) ÷ Gesamtkapital × 100 — Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals. Liegt sie über dem Fremdkapitalzins, steigert zusätzliches Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität (Leverage-Effekt).
Eigenkapitalrentabilität
EK-Rentabilität = Gewinn ÷ Eigenkapital × 100 (genauer: durchschnittliches Eigenkapital). Beispiel: 84.000 € Gewinn bei 700.000 € Eigenkapital = 12 %. Vergleichsmaßstab ist eine risikofreie Geldanlage plus Risikoprämie — liegt die Rentabilität darunter, „lohnt“ sich das Unternehmen für die Eigentümer kaum.
Bilanz — Aktiva und Passiva
Kurzgefasste Gegenüberstellung in Kontenform. Aktiva (Mittelverwendung): Anlagevermögen (Gebäude, Fuhrpark, Betriebs- und Geschäftsausstattung) und Umlaufvermögen (Waren, Forderungen, Bank, Kasse). Passiva (Mittelherkunft): Eigenkapital und Fremdkapital. Summe Aktiva = Summe Passiva.
Die vier Bilanzveränderungen
Aktivtausch: Bareinzahlung auf das Bankkonto (Bilanzsumme gleich). Passivtausch: Verbindlichkeit wird in ein Darlehen umgewandelt. Aktiv-Passiv-Mehrung: Kauf eines Laptops (Betriebs- und Geschäftsausstattung) auf Ziel (Bilanzverlängerung). Aktiv-Passiv-Minderung: Verbindlichkeit per Bank bezahlt (Bilanzverkürzung).
Buchungsregeln auf Bestandskonten
Aktivkonten: Anfangsbestand und Zugänge im Soll, Abgänge im Haben. Passivkonten: Anfangsbestand und Zugänge im Haben, Abgänge im Soll. Schlussbestand steht auf der kleineren Seite und geht ins Schlussbilanzkonto. Merksatz: Jede Buchung im Soll und im Haben mit gleichem Betrag — „Soll an Haben“.

Damit üben

Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 25 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:

  • Fixe und variable Kosten im GroßhandelMultiple Choice · Leicht
  • Deckungsbeitrag eines Bürostuhl-ModellsRechnung · Mittel
  • Break-even der ErgonomieberatungRechnung · Leicht
  • Vorwärtskalkulation im Handel bis zum ListenverkaufspreisRechnung · Schwer
  • Stundenverrechnungssatz des MontageteamsRechnung · Mittel
  • Rentabilitätskennzahlen berechnenRechnung · Schwer
  • Soll-Ist-Vergleich einer KostenstelleRechnung · Leicht
  • Differenzkalkulation bei vorgegebenem MarktpreisRechnung · Schwer

Verwandte Formeln

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für Eigenkapitalrentabilität?

Eigenkapitalrentabilität: Gewinn (Jahresüberschuss) ÷ Eigenkapital × 100 — Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals; Maßstab ist der Zins einer risikoarmen Anlage plus Risikoprämie.

Wie sieht ein Rechenbeispiel für Eigenkapitalrentabilität aus?

Gegeben: Jahresüberschuss 180.000,00 €, Eigenkapital 1.200.000,00 €. Rechenweg: 180.000,00 € ÷ 1.200.000,00 € × 100 = 15 %. Ergebnis: Eigenkapitalrentabilität = 15 %.

Welche Eigenkapitalrentabilität ist gut?

Einen festen Richtwert gibt es nicht. Als Maßstab dient meist der Zins einer risikoarmen Geldanlage: Die Eigenkapitalrentabilität sollte deutlich darüber liegen, weil die Eigentümer ein unternehmerisches Risiko tragen (Risikoprämie). Aussagekräftig ist außerdem der Vergleich mit Vorjahren und Unternehmen derselben Branche.

Welche Fehler passieren bei Eigenkapitalrentabilität häufig?

Durch das Gesamtkapital statt durch das Eigenkapital teilen. Fremdkapitalzinsen addieren — das gehört nur zur Gesamtkapitalrentabilität. Nicht prüfen, ob mit dem durchschnittlichen Eigenkapital gerechnet werden soll, wenn die Aufgabe Anfangs- und Schlussbestand nennt.

Wie sieht ein Praxisbeispiel für die Eigenkapitalrentabilität aus?

Die Kontorhaus Brandt GmbH hat 6.200.000 € Eigenkapital und einen Jahresüberschuss von 744.000 €. Eigenkapitalrentabilität: 744.000 € ÷ 6.200.000 € × 100 = 12 %. Eine Festgeldanlage zu 2,4 % brächte deutlich weniger — der Unterschied ist die Prämie für das unternehmerische Risiko.

Wie kommt die Eigenkapitalrentabilität in der Prüfung vor?

In Teil 2 (Lernfeld 10) neben Umsatzrentabilität und Wirtschaftlichkeit: berechnen, mit einer Alternativanlage vergleichen und beurteilen, ob sich der Kapitaleinsatz der Gesellschafter lohnt.

In welchem Lernfeld kommt Eigenkapitalrentabilität vor?

Die Formel gehört zu Lernfeld 10 „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2) und Lernfeld 6 „Werteströme erfassen und beurteilen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).

Welche Formeln gehören noch zu Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen?

Zum Bereich Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen zählen außerdem: Deckungsbeitrag (Stück und gesamt), Break-even-Menge (Gewinnschwelle), Stückkosten (Kostendegression), Wirtschaftlichkeit, Produktivität, Umsatzrentabilität, Lineare Abschreibung (AfA), Soll-Ist-Abweichung.

Rechnen statt nachschlagen

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