Formel · Prozent- & Zinsrechnung
Verteilungsrechnung
Die Verteilungsrechnung teilt einen Gesamtbetrag nach einem festen Schlüssel — etwa Fläche, Gewicht, Köpfe oder Kapitalanteile — auf mehrere Beteiligte auf.
Wert je Teil = Gesamtbetrag ÷ Summe der Teile; Anteil = Wert je Teil × Teile des Beteiligten
Verteilt Kosten oder Gewinne nach einem Schlüssel (m², kg, Köpfe, Kapitalanteile). Probe: Die Anteile ergeben zusammen den Gesamtbetrag.
Typische Fehler bei Verteilungsrechnung
- Den Gesamtbetrag durch die Zahl der Beteiligten statt durch die Summe der Schlüsselteile teilen.
- Die Probe vergessen: Alle Anteile zusammen müssen genau den Gesamtbetrag ergeben — Rundungsdifferenzen dem größten Anteil zuschlagen.
- Bei der Gewinnverteilung (z. B. OHG, KG) eine im Gesellschaftsvertrag vereinbarte Vorabverzinsung der Kapitalanteile übersehen, bevor der Rest verteilt wird. Ohne Vereinbarung gilt seit dem MoPeG (2024) das Verhältnis der Beteiligungen, hilfsweise der vereinbarten Beitragswerte, sonst nach Köpfen (§ 709 Abs. 3 BGB) — die frühere gesetzliche 4-%-Regel ist entfallen.
Wo Verteilungsrechnung in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 3: Aufträge bearbeiten und Lernfeld 9: Liquidität sichern und Finanzierung vorbereiten. Kundenanfragen kundenorientiert bearbeiten, Angebote kalkulieren, Aufträge abwickeln und den Zahlungseingang überwachen.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 3 (Teil 1 / Teil 2) und Lernfeld 9 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1 · Kundenbeziehungsprozesse · Auftrag, Kunde & Personal · Kundenbeziehungsprozesse · Kaufmännische Steuerung.
Die Begriffe dazu
- Lieferklauseln: ab Werk, unfrei, frei Haus
- Ab Werk/ab Lager: Käufer trägt alle Transportkosten ab Lager des Verkäufers. Unfrei/ab Versandstation: Verkäufer zahlt bis zur Versandstation, Käufer die Fracht ab dort. Frachtfrei/frei Empfangsstation: Verkäufer zahlt bis zur Empfangsstation. Frei Haus: Verkäufer trägt alle Kosten bis zum Käufer.
- Wann ist eine Auftragsbestätigung nötig?
- Rechtlich nötig, wenn erst sie den Vertrag zustande bringt: Bestellung ohne vorheriges Angebot, Bestellung auf ein freibleibendes Angebot, verspätete oder abgeänderte Bestellung. Sonst dient sie der Klarheit (Wiederholung aller Vereinbarungen). Danach folgen Lieferschein (begleitet die Ware, ohne Preise) und Rechnung.
- Pflichtangaben einer Rechnung (§ 14 Abs. 4 UStG)
- Name und Anschrift von Leistendem und Empfänger · Steuernummer oder USt-IdNr. des Leistenden · Ausstellungsdatum · fortlaufende Rechnungsnummer · Menge und handelsübliche Bezeichnung · Zeitpunkt der Lieferung/Leistung · Nettoentgelt nach Steuersätzen getrennt und vereinbarte Entgeltminderungen (z. B. Skonto) · Steuersatz und Steuerbetrag bzw. Hinweis auf Steuerbefreiung.
- Kleinbetragsrechnung — Grenze und Angaben
- Bis 250 € brutto (§ 33 UStDV) genügen: Name und Anschrift des Leistenden, Ausstellungsdatum, Menge und Bezeichnung, Bruttobetrag und Steuersatz. Empfängeradresse, Rechnungsnummer und Steuernummer dürfen fehlen — Vorsteuerabzug bleibt möglich (Steuer aus dem Bruttobetrag herausrechnen).
- E-Rechnung im B2B — die Fristen
- Seit 01.01.2025 müssen alle inländischen Unternehmen E-Rechnungen empfangen können. Ausstellungspflicht: ab 01.01.2027 für Unternehmen mit mehr als 800.000 € Vorjahresumsatz, ab 01.01.2028 für alle. E-Rechnung = strukturiertes Format nach EN 16931 (XRechnung, ZUGFeRD ab 2.0.1) — ein PDF per Mail ist KEINE E-Rechnung. Ausgenommen: Kleinbetragsrechnungen bis 250 € und Fahrausweise.
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 32 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Bindung an ein Angebot ohne Frist beurteilen
- Listenverkaufspreis per Vorwärtskalkulation ermitteln
- Angebot aus einer Kundenanfrage kalkulieren
- Höchstzulässigen Bezugspreis rückwärts kalkulieren
- Gewinn per Differenzkalkulation prüfen
- Pflichtangaben einer Rechnung nach § 14 UStG
- Kleinbetragsrechnung im Showroom ausstellen
- Zahlungseingang mit Skontoabzug prüfen
Verwandte Formeln
- Dreisatz
proportional: gesuchter Wert = bekannter Wert ÷ bekannte Menge × neue Menge; umgekehrt proportional: gesuchter Wert = bekannter Wert × bekannte Menge ÷ neue Menge - Prozentwert und Prozentsatz
Prozentwert = Grundwert × Prozentsatz ÷ 100; Prozentsatz = Prozentwert ÷ Grundwert × 100; Grundwert = Prozentwert × 100 ÷ Prozentsatz - Stückkosten (Kostendegression)
Stückkosten = Gesamtkosten ÷ Menge = Fixkosten ÷ Menge + variable Stückkosten - Vermehrter und verminderter Grundwert
Grundwert = vermehrter Grundwert ÷ (100 + p) × 100; Grundwert = verminderter Grundwert ÷ (100 − p) × 100 - Gewogener Durchschnitt
Σ (Wert × Gewicht) ÷ Σ Gewichte - Kaufmännische Zinsformel
Zinsen = Kapital × Zinssatz × Tage ÷ (100 × 360) - Verzugszinsen
Verzugszinsen = Forderung × (Basiszinssatz + 9 bzw. 5 Prozentpunkte) × Verzugstage ÷ (100 × 360)
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Verteilungsrechnung?
Verteilungsrechnung: Wert je Teil = Gesamtbetrag ÷ Summe der Teile; Anteil = Wert je Teil × Teile des Beteiligten — Verteilt Kosten oder Gewinne nach einem Schlüssel (m², kg, Köpfe, Kapitalanteile). Probe: Die Anteile ergeben zusammen den Gesamtbetrag.
Welche Fehler passieren bei Verteilungsrechnung häufig?
Den Gesamtbetrag durch die Zahl der Beteiligten statt durch die Summe der Schlüsselteile teilen. Die Probe vergessen: Alle Anteile zusammen müssen genau den Gesamtbetrag ergeben — Rundungsdifferenzen dem größten Anteil zuschlagen. Bei der Gewinnverteilung (z. B. OHG, KG) eine im Gesellschaftsvertrag vereinbarte Vorabverzinsung der Kapitalanteile übersehen, bevor der Rest verteilt wird. Ohne Vereinbarung gilt seit dem MoPeG (2024) das Verhältnis der Beteiligungen, hilfsweise der vereinbarten Beitragswerte, sonst nach Köpfen (§ 709 Abs. 3 BGB) — die frühere gesetzliche 4-%-Regel ist entfallen.
Wie sieht ein Praxisbeispiel für die Verteilungsrechnung aus?
Eine Sammellieferung an die Kontorhaus Brandt GmbH verursacht 840 € Fracht. Sie wird nach Gewicht verteilt: Vertrieb 320 kg, Einkauf 180 kg, Personal 100 kg, zusammen 600 kg. Wert je kg: 840 € ÷ 600 = 1,40 €. Anteile: Vertrieb 448 €, Einkauf 252 €, Personal 140 € — Probe: 840 €.
Wo kommt die Verteilungsrechnung in der Prüfung vor?
Beim Verteilen von Bezugskosten auf mehrere Artikel (Beschaffung, Teil 1), von Gemeinkosten auf Kostenstellen (Kosten- und Leistungsrechnung, Teil 2) und bei der Gewinnverteilung von Personengesellschaften (WiSo).
In welchem Lernfeld kommt Verteilungsrechnung vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 3 „Aufträge bearbeiten“ (1. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1 / Teil 2) und Lernfeld 9 „Liquidität sichern und Finanzierung vorbereiten“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).
Welche Formeln gehören noch zu Prozent- & Zinsrechnung?
Zum Bereich Prozent- & Zinsrechnung zählen außerdem: Prozentwert und Prozentsatz, Vermehrter und verminderter Grundwert, Dreisatz, Gewogener Durchschnitt, Kaufmännische Zinsformel, Verzugszinsen.
Rechnen statt nachschlagen
Eine Formel zu kennen ist das eine, sie unter Zeitdruck richtig anzuwenden das andere. Bei Büromausi übst du genau das — mit Aufgaben im Prüfungsformat, Musterlösungen und Simulationen mit IHK-Punktelogik. Der Einstieg ist kostenlos.
Kostenlos üben →