Formel · Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen
Wirtschaftlichkeit
Die Wirtschaftlichkeit setzt den Wert der erbrachten Leistung (bzw. den Ertrag) ins Verhältnis zu den dafür angefallenen Kosten (bzw. dem Aufwand) und zeigt, wie sparsam ein Betrieb mit seinen Mitteln umgeht.
Leistung ÷ Kosten (bzw. Ertrag ÷ Aufwand)
Wert > 1 = wirtschaftlich. Wertgrößen in Euro — im Gegensatz zur Produktivität, die Mengen vergleicht.
Wirtschaftlichkeit berechnen: Beispiel und Rechner
Beispiel — gegeben: Leistung 1.250.000,00 €, Kosten 1.000.000,00 €.
Rechenweg
- 1.250.000,00 € ÷ 1.000.000,00 € = 1,25
Ergebnis Wirtschaftlichkeit = 1,25
Wert über 1: wirtschaftlich — die Leistung übersteigt die Kosten.
Typische Fehler bei Wirtschaftlichkeit
- Wirtschaftlichkeit (Wertgrößen in Euro) mit Produktivität (Mengengrößen) verwechseln.
- Den Bruch umdrehen: Kosten ÷ Leistung ergibt einen Wert unter 1, obwohl der Betrieb wirtschaftlich arbeitet.
- Mit Rentabilität gleichsetzen — die setzt den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital oder Umsatz.
Wann ist der Wert gut?
Ein Wert über 1 bedeutet: Die Leistung ist mehr wert als die Kosten — der Betrieb arbeitet wirtschaftlich. Unter 1 übersteigen die Kosten die Leistung. Aussagekräftig wird die Kennzahl vor allem im Vergleich mit Vorjahren, anderen Abteilungen oder Betrieben derselben Branche.
Wo Wirtschaftlichkeit in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 10: Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern und Lernfeld 6: Werteströme erfassen und beurteilen. Kosten und Leistungen erfassen, kalkulieren, Deckungsbeiträge ermitteln und den Erfolg mit Kennzahlen steuern.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 10 (Teil 2) und Lernfeld 6 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Kundenbeziehungsprozesse · Kaufmännische Steuerung.
Die Begriffe dazu
- Wirtschaftlichkeit vs. Produktivität
- Wirtschaftlichkeit = Leistungen (bzw. Erträge) ÷ Kosten (bzw. Aufwand) — Wert > 1 bedeutet wirtschaftlich. Produktivität = Ausbringungsmenge ÷ Einsatzmenge, mengenmäßig — z. B. bearbeitete Aufträge je Mitarbeiterstunde. Beide vergleicht man über Zeiträume oder mit anderen Abteilungen.
- Umsatz- und Gesamtkapitalrentabilität
- Umsatzrentabilität = Gewinn ÷ Umsatz × 100 — wie viel Cent Gewinn bleiben von jedem Euro Umsatz. Gesamtkapitalrentabilität = (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) ÷ Gesamtkapital × 100 — Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals. Liegt sie über dem Fremdkapitalzins, steigert zusätzliches Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität (Leverage-Effekt).
- Controlling — Soll-Ist-Vergleich
- Controlling plant, steuert und kontrolliert: Soll-Werte (Budget) werden mit Ist-Werten verglichen, Abweichungen absolut (Ist − Soll) und relativ ((Ist − Soll) ÷ Soll × 100) berechnet, Ursachen analysiert und Maßnahmen abgeleitet. Darstellung oft als Tabelle mit bedingter Formatierung oder Säulendiagramm.
- Inventur — Arten
- Inventur = mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensteile und Schulden. Körperlich (zählen, messen, wiegen) oder buchmäßig (Forderungen, Bankguthaben). Zeitlich: Stichtagsinventur (innerhalb von 10 Tagen um den Bilanzstichtag), verlegte Inventur (3 Monate vor bis 2 Monate nach dem Stichtag), permanente Inventur (laufend über die Lagerbuchhaltung).
- Inventar — Aufbau
- Ausführliches Bestandsverzeichnis in Staffelform: A. Vermögen (Anlagevermögen, Umlaufvermögen — geordnet nach steigender Liquidität), B. Schulden (langfristig, kurzfristig — nach Fälligkeit), C. Ermittlung des Reinvermögens = Vermögen − Schulden = Eigenkapital.
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 25 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Fixe und variable Kosten im Großhandel
- Deckungsbeitrag eines Bürostuhl-Modells
- Break-even der Ergonomieberatung
- Vorwärtskalkulation im Handel bis zum Listenverkaufspreis
- Stundenverrechnungssatz des Montageteams
- Rentabilitätskennzahlen berechnen
- Soll-Ist-Vergleich einer Kostenstelle
- Differenzkalkulation bei vorgegebenem Marktpreis
Verwandte Formeln
- Produktivität
Ausbringungsmenge ÷ Faktoreinsatzmenge - Umsatzrentabilität
Gewinn ÷ Umsatzerlöse × 100 - Stückkosten (Kostendegression)
Stückkosten = Gesamtkosten ÷ Menge = Fixkosten ÷ Menge + variable Stückkosten - Deckungsbeitrag (Stück und gesamt)
db = Verkaufspreis − variable Stückkosten; DB = db × Menge; Betriebsergebnis = DB − Fixkosten - Break-even-Menge (Gewinnschwelle)
Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag - Eigenkapitalrentabilität
Gewinn (Jahresüberschuss) ÷ Eigenkapital × 100 - Lineare Abschreibung (AfA)
Jährliche AfA = Anschaffungskosten ÷ Nutzungsdauer - Soll-Ist-Abweichung
Abweichung absolut = Ist − Soll; Abweichung in % = (Ist − Soll) ÷ Soll × 100
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Wirtschaftlichkeit?
Wirtschaftlichkeit: Leistung ÷ Kosten (bzw. Ertrag ÷ Aufwand) — Wert > 1 = wirtschaftlich. Wertgrößen in Euro — im Gegensatz zur Produktivität, die Mengen vergleicht.
Wie sieht ein Rechenbeispiel für Wirtschaftlichkeit aus?
Gegeben: Leistung 1.250.000,00 €, Kosten 1.000.000,00 €. Rechenweg: 1.250.000,00 € ÷ 1.000.000,00 € = 1,25. Ergebnis: Wirtschaftlichkeit = 1,25.
Ab welchem Wert ist ein Betrieb wirtschaftlich?
Ein Wert über 1 bedeutet: Die Leistung ist mehr wert als die Kosten — der Betrieb arbeitet wirtschaftlich. Unter 1 übersteigen die Kosten die Leistung. Aussagekräftig wird die Kennzahl vor allem im Vergleich mit Vorjahren, anderen Abteilungen oder Betrieben derselben Branche.
Welche Fehler passieren bei Wirtschaftlichkeit häufig?
Wirtschaftlichkeit (Wertgrößen in Euro) mit Produktivität (Mengengrößen) verwechseln. Den Bruch umdrehen: Kosten ÷ Leistung ergibt einen Wert unter 1, obwohl der Betrieb wirtschaftlich arbeitet. Mit Rentabilität gleichsetzen — die setzt den Gewinn ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital oder Umsatz.
Wie sieht ein Praxisbeispiel für die Wirtschaftlichkeit aus?
Die Kontorhaus Brandt GmbH erbrachte im Jahr Leistungen im Wert von 19.400.000 € bei Kosten von 18.200.000 €. Wirtschaftlichkeit: 19.400.000 € ÷ 18.200.000 € ≈ 1,07. Für jeden Euro Kosten entstanden rund 1,07 € Leistung.
Wie wird die Wirtschaftlichkeit in der Prüfung Büromanagement abgefragt?
In Teil 2 (Lernfeld 10) zusammen mit Produktivität und Rentabilität: Kennzahlen berechnen, voneinander abgrenzen und Veränderungen deuten. Beliebt ist die Frage, warum ein Betrieb produktiver, aber nicht wirtschaftlicher werden kann.
In welchem Lernfeld kommt Wirtschaftlichkeit vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 10 „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2) und Lernfeld 6 „Werteströme erfassen und beurteilen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).
Welche Formeln gehören noch zu Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen?
Zum Bereich Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen zählen außerdem: Deckungsbeitrag (Stück und gesamt), Break-even-Menge (Gewinnschwelle), Stückkosten (Kostendegression), Produktivität, Umsatzrentabilität, Eigenkapitalrentabilität, Lineare Abschreibung (AfA), Soll-Ist-Abweichung.
Rechnen statt nachschlagen
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