Formel · Beschaffung & Lager
Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer
Die Lagerumschlagshäufigkeit gibt an, wie oft der durchschnittliche Lagerbestand in einem Jahr verkauft und wieder ersetzt wird; die durchschnittliche Lagerdauer übersetzt das in Tage, die eine Ware im Schnitt auf Lager liegt.
Lagerumschlagshäufigkeit = Wareneinsatz ÷ Ø Lagerbestand; Ø Lagerdauer = 360 ÷ Lagerumschlagshäufigkeit
Wareneinsatz zu Bezugspreisen (Anfangsbestand + Zugänge − Endbestand), nicht der Umsatz. Höherer Umschlag = kürzere Lagerdauer = weniger gebundenes Kapital.
Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer berechnen: Beispiel und Rechner
Beispiel — gegeben: Wareneinsatz zu Einstandspreisen 330.000,00 €, Ø Lagerbestand 55.000,00 €.
Rechenweg
- 330.000,00 € ÷ 55.000,00 € = 6
- Ø Lagerdauer dazu: 360 ÷ 6 = 60 Tage
Ergebnis Lagerumschlagshäufigkeit = 6
Typische Fehler bei Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer
- Den Umsatz zu Verkaufspreisen statt des Wareneinsatzes zu Bezugspreisen in den Zähler setzen.
- Mit dem Endbestand statt mit dem durchschnittlichen Lagerbestand rechnen.
- Mit 365 statt 360 Tagen rechnen — kaufmännisch hat das Jahr 360 Tage, wenn die Aufgabe nichts anderes sagt.
Wann ist der Wert gut?
Eine höhere Umschlagshäufigkeit bedeutet: Die Ware liegt kürzer, es ist weniger Kapital gebunden, Lagerkosten und Risiken wie Veralten oder Beschädigung sinken. Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht — Verbrauchsmaterial dreht sich schneller als Büromöbel. Sinnvoll ist der Vergleich mit Vorjahren oder Branchenwerten.
Wo Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 4: Sachgüter und Dienstleistungen beschaffen und Verträge schließen. Bedarf ermitteln, Bezugsquellen finden, Angebote vergleichen, rechtssicher bestellen und Störungen des Kaufvertrags bearbeiten.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 4 (Teil 1). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1 · Wirtschafts- & Sozialkunde.
Die Begriffe dazu
- Lagerkennzahlen — die drei Formeln
- Ø Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2 (oder (AB + 12 Monatsendbestände) ÷ 13). Umschlagshäufigkeit = Jahresverbrauch ÷ Ø Lagerbestand. Ø Lagerdauer = 360 ÷ Umschlagshäufigkeit. Beispiel: (400 + 600) ÷ 2 = 500; 6.000 ÷ 500 = 12; 360 ÷ 12 = 30 Tage.
- Erfüllungsort, Gefahrübergang, Gerichtsstand
- Erfüllungsort ist der Ort, an dem der Schuldner leisten muss — ohne Vereinbarung sein Wohn- bzw. Geschäftssitz. Dort geht beim Handelskauf die Gefahr des zufälligen Untergangs auf den Käufer über (beim Versendungskauf mit Übergabe an den Transporteur; beim Verbrauchsgüterkauf erst bei Übergabe an den Verbraucher). Gerichtsstand folgt dem Erfüllungsort, unter Kaufleuten frei vereinbar.
- Rechtsfähigkeit — natürliche und juristische Personen
- Rechtsfähigkeit = Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein. Natürliche Personen: von der Vollendung der Geburt bis zum Tod (§ 1 BGB). Juristische Personen: privatrechtlich (GmbH, AG, eingetragener Verein) mit Eintragung ins Register; öffentlich-rechtlich (Stadt, IHK, Bundesagentur für Arbeit) kraft Gesetz bzw. Errichtung.
- Geschäftsfähigkeit — die drei Stufen
- Geschäftsunfähig: unter 7 Jahren sowie bei dauerhafter krankhafter Störung der Geistestätigkeit — Willenserklärungen nichtig (§§ 104, 105 BGB). Beschränkt geschäftsfähig: 7 bis unter 18 — Verträge schwebend unwirksam bis zur Genehmigung der Eltern, außer bei lediglich rechtlichem Vorteil, Taschengeld, Erwerbsgeschäft (zusätzlich mit Genehmigung des Familiengerichts) oder Arbeitsverhältnis mit Ermächtigung der Eltern (§§ 106–113; § 113 gilt nicht für Ausbildungsverhältnisse). Voll geschäftsfähig: ab 18.
- Taschengeldparagraf (§ 110 BGB)
- Ein Vertrag einer beschränkt geschäftsfähigen Person ist von Anfang an wirksam, wenn sie die Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihr zu diesem Zweck oder zur freien Verfügung überlassen wurden — und zwar sofort vollständig bezahlt. Ratenkäufe und Abos fallen nicht darunter.
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 26 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Bezugspreis für Kopierpapier kalkulieren
- Quantitativer Angebotsvergleich dreier Stuhllieferanten
- Lieferantenauswahl mit der Nutzwertanalyse
- Qualitative Kriterien im Angebotsvergleich
- Mindest- und Meldebestand für Verbrauchsmaterial
- Lagerumschlag und Lagerdauer berechnen
- Eingangsrechnung sachlich und rechnerisch prüfen
- Interne und externe Bezugsquellen unterscheiden
Verwandte Formeln
- Durchschnittlicher Lagerbestand
(Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2 - Kaufmännische Zinsformel
Zinsen = Kapital × Zinssatz × Tage ÷ (100 × 360) - Bezugskalkulation (Einstandspreis)
Listeneinkaufspreis − Liefererrabatt = Zieleinkaufspreis − Liefererskonto = Bareinkaufspreis + Bezugskosten = Bezugspreis - Nutzwertanalyse
Nutzwert je Angebot = Σ (Gewichtung des Kriteriums × Punktwert) - Meldebestand (Bestellpunkt)
Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Mindestbestand - Mindestbestand (Sicherheitsbestand)
Tagesverbrauch × Sicherheitszeit in Tagen
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer?
Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer: Lagerumschlagshäufigkeit = Wareneinsatz ÷ Ø Lagerbestand; Ø Lagerdauer = 360 ÷ Lagerumschlagshäufigkeit — Wareneinsatz zu Bezugspreisen (Anfangsbestand + Zugänge − Endbestand), nicht der Umsatz. Höherer Umschlag = kürzere Lagerdauer = weniger gebundenes Kapital.
Wie sieht ein Rechenbeispiel für Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer aus?
Gegeben: Wareneinsatz zu Einstandspreisen 330.000,00 €, Ø Lagerbestand 55.000,00 €. Rechenweg: 330.000,00 € ÷ 55.000,00 € = 6; Ø Lagerdauer dazu: 360 ÷ 6 = 60 Tage. Ergebnis: Lagerumschlagshäufigkeit = 6.
Ist eine hohe Lagerumschlagshäufigkeit gut?
Eine höhere Umschlagshäufigkeit bedeutet: Die Ware liegt kürzer, es ist weniger Kapital gebunden, Lagerkosten und Risiken wie Veralten oder Beschädigung sinken. Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht — Verbrauchsmaterial dreht sich schneller als Büromöbel. Sinnvoll ist der Vergleich mit Vorjahren oder Branchenwerten.
Welche Fehler passieren bei Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer häufig?
Den Umsatz zu Verkaufspreisen statt des Wareneinsatzes zu Bezugspreisen in den Zähler setzen. Mit dem Endbestand statt mit dem durchschnittlichen Lagerbestand rechnen. Mit 365 statt 360 Tagen rechnen — kaufmännisch hat das Jahr 360 Tage, wenn die Aufgabe nichts anderes sagt.
Wie sieht ein Praxisbeispiel für Lagerumschlag und Lagerdauer aus?
Der Wareneinsatz für Bürostühle betrug bei der Kontorhaus Brandt GmbH im Jahr 1.020.000 € (zu Bezugspreisen), der durchschnittliche Lagerbestand 85.000 €. Lagerumschlagshäufigkeit: 1.020.000 € ÷ 85.000 € = 12. Durchschnittliche Lagerdauer: 360 ÷ 12 = 30 Tage.
Wie werden Lagerkennzahlen in der Prüfung Büromanagement abgefragt?
In Teil 1 als Excel-Berechnung im Beschaffungsprozess und in Teil 2 als Kennzahlenvergleich mit Vorjahr oder Branche: berechnen, Veränderung deuten, Maßnahmen nennen (kleinere Bestellmengen, Sortimentsbereinigung, Just-in-time). In der Wahlqualifikation „Einkauf und Logistikprozesse planen, koordinieren und durchführen“ auch im Fachgespräch.
In welchem Lernfeld kommt Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 4 „Sachgüter und Dienstleistungen beschaffen und Verträge schließen“ (1. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1).
Welche Formeln gehören noch zu Beschaffung & Lager?
Zum Bereich Beschaffung & Lager zählen außerdem: Bezugskalkulation (Einstandspreis), Nutzwertanalyse, Meldebestand (Bestellpunkt), Mindestbestand (Sicherheitsbestand), Durchschnittlicher Lagerbestand.
Rechnen statt nachschlagen
Eine Formel zu kennen ist das eine, sie unter Zeitdruck richtig anzuwenden das andere. Bei Büromausi übst du genau das — mit Aufgaben im Prüfungsformat, Musterlösungen und Simulationen mit IHK-Punktelogik. Der Einstieg ist kostenlos.
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