Formel · Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen
Stückkosten (Kostendegression)
Die Stückkosten sind die Gesamtkosten je Leistungseinheit; weil sich die Fixkosten bei steigender Menge auf mehr Einheiten verteilen, sinken die Stückkosten mit wachsender Auslastung (Fixkostendegression).
Stückkosten = Gesamtkosten ÷ Menge = Fixkosten ÷ Menge + variable Stückkosten
Steigt die Menge, verteilen sich die Fixkosten auf mehr Einheiten — die Stückkosten sinken (Fixkostendegression). Die variablen Stückkosten bleiben gleich.
Typische Fehler bei Stückkosten
- Annehmen, dass auch die variablen Stückkosten mit der Menge sinken — sie bleiben je Einheit gleich, nur der Fixkostenanteil sinkt.
- Fixe und variable Kosten falsch zuordnen: Miete und Gehälter sind fix, Bezugspreise der Ware und Fracht je Lieferung variabel.
- Stückkosten bei Vollauslastung als Preisuntergrenze nehmen — kurzfristig liegt sie bei den variablen Stückkosten.
Wo Stückkosten in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 10: Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern und Lernfeld 6: Werteströme erfassen und beurteilen. Kosten und Leistungen erfassen, kalkulieren, Deckungsbeiträge ermitteln und den Erfolg mit Kennzahlen steuern.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 10 (Teil 2) und Lernfeld 6 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Kundenbeziehungsprozesse · Kaufmännische Steuerung.
Die Begriffe dazu
- Fixe vs. variable Kosten und Fixkostendegression
- Fixe Kosten sind unabhängig von der Absatzmenge (Miete, Gehälter, Versicherung), variable steigen mit der Menge (Wareneinsatz, Verpackung, Provision). Fixkostendegression: Je mehr verkauft wird, desto geringer der Fixkostenanteil pro Stück — die Stückkosten sinken.
- Deckungsbeitrag — Formel und Entscheidung
- Stückdeckungsbeitrag = Nettoverkaufspreis − variable Stückkosten. Gesamt-DB = Stück-DB × Menge; Betriebsergebnis = Gesamt-DB − Fixkosten. Kurzfristig gilt: Ein Zusatzauftrag mit positivem Stück-DB verbessert das Ergebnis, solange freie Kapazität besteht — auch wenn er die Vollkosten nicht deckt.
- Controlling — Soll-Ist-Vergleich
- Controlling plant, steuert und kontrolliert: Soll-Werte (Budget) werden mit Ist-Werten verglichen, Abweichungen absolut (Ist − Soll) und relativ ((Ist − Soll) ÷ Soll × 100) berechnet, Ursachen analysiert und Maßnahmen abgeleitet. Darstellung oft als Tabelle mit bedingter Formatierung oder Säulendiagramm.
- Inventur — Arten
- Inventur = mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensteile und Schulden. Körperlich (zählen, messen, wiegen) oder buchmäßig (Forderungen, Bankguthaben). Zeitlich: Stichtagsinventur (innerhalb von 10 Tagen um den Bilanzstichtag), verlegte Inventur (3 Monate vor bis 2 Monate nach dem Stichtag), permanente Inventur (laufend über die Lagerbuchhaltung).
- Inventar — Aufbau
- Ausführliches Bestandsverzeichnis in Staffelform: A. Vermögen (Anlagevermögen, Umlaufvermögen — geordnet nach steigender Liquidität), B. Schulden (langfristig, kurzfristig — nach Fälligkeit), C. Ermittlung des Reinvermögens = Vermögen − Schulden = Eigenkapital.
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 25 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Fixe und variable Kosten im Großhandel
- Deckungsbeitrag eines Bürostuhl-Modells
- Break-even der Ergonomieberatung
- Vorwärtskalkulation im Handel bis zum Listenverkaufspreis
- Stundenverrechnungssatz des Montageteams
- Rentabilitätskennzahlen berechnen
- Soll-Ist-Vergleich einer Kostenstelle
- Differenzkalkulation bei vorgegebenem Marktpreis
Verwandte Formeln
- Deckungsbeitrag (Stück und gesamt)
db = Verkaufspreis − variable Stückkosten; DB = db × Menge; Betriebsergebnis = DB − Fixkosten - Break-even-Menge (Gewinnschwelle)
Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag - Wirtschaftlichkeit
Leistung ÷ Kosten (bzw. Ertrag ÷ Aufwand) - Produktivität
Ausbringungsmenge ÷ Faktoreinsatzmenge - Umsatzrentabilität
Gewinn ÷ Umsatzerlöse × 100 - Eigenkapitalrentabilität
Gewinn (Jahresüberschuss) ÷ Eigenkapital × 100 - Lineare Abschreibung (AfA)
Jährliche AfA = Anschaffungskosten ÷ Nutzungsdauer - Soll-Ist-Abweichung
Abweichung absolut = Ist − Soll; Abweichung in % = (Ist − Soll) ÷ Soll × 100
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Stückkosten?
Stückkosten (Kostendegression): Stückkosten = Gesamtkosten ÷ Menge = Fixkosten ÷ Menge + variable Stückkosten — Steigt die Menge, verteilen sich die Fixkosten auf mehr Einheiten — die Stückkosten sinken (Fixkostendegression). Die variablen Stückkosten bleiben gleich.
Welche Fehler passieren bei Stückkosten häufig?
Annehmen, dass auch die variablen Stückkosten mit der Menge sinken — sie bleiben je Einheit gleich, nur der Fixkostenanteil sinkt. Fixe und variable Kosten falsch zuordnen: Miete und Gehälter sind fix, Bezugspreise der Ware und Fracht je Lieferung variabel. Stückkosten bei Vollauslastung als Preisuntergrenze nehmen — kurzfristig liegt sie bei den variablen Stückkosten.
Wie sieht ein Praxisbeispiel für Stückkosten und Kostendegression aus?
Die Montageabteilung der Kontorhaus Brandt GmbH hat 60.000 € Fixkosten im Monat, je Montageauftrag kommen 45 € variable Kosten dazu. Bei 800 Aufträgen: 60.000 € ÷ 800 + 45 € = 120 € je Auftrag. Bei 1.200 Aufträgen: 60.000 € ÷ 1.200 + 45 € = 95 € je Auftrag. Die höhere Auslastung senkt die Stückkosten um 25 €.
Wie kommen Stückkosten in der Prüfung vor?
In Teil 2 (Lernfeld 10) bei der Unterscheidung fixer und variabler Kosten, beim Make-or-buy von Dienstleistungen und als Begründung, warum eine höhere Auslastung Preisspielraum schafft.
In welchem Lernfeld kommt Stückkosten vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 10 „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2) und Lernfeld 6 „Werteströme erfassen und beurteilen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).
Welche Formeln gehören noch zu Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen?
Zum Bereich Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen zählen außerdem: Deckungsbeitrag (Stück und gesamt), Break-even-Menge (Gewinnschwelle), Wirtschaftlichkeit, Produktivität, Umsatzrentabilität, Eigenkapitalrentabilität, Lineare Abschreibung (AfA), Soll-Ist-Abweichung.
Rechnen statt nachschlagen
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