Formel · Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen
Deckungsbeitrag (Stück und gesamt)
Der Stückdeckungsbeitrag ist der Betrag, den ein verkauftes Stück nach Abzug seiner variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten beiträgt; der Gesamtdeckungsbeitrag ist die Summe über alle verkauften Stück.
db = Verkaufspreis − variable Stückkosten; DB = db × Menge; Betriebsergebnis = DB − Fixkosten
Im Handel sind die variablen Kosten vor allem der Bezugspreis der Ware (plus Provision, Verpackung). Der Deckungsbeitrag deckt zuerst die Fixkosten, danach entsteht Gewinn.
Deckungsbeitrag berechnen: Beispiel und Rechner
Beispiel — gegeben: Verkaufspreis je Stück 120,00 €, Variable Stückkosten 75,00 €, Absatzmenge 4.000 Stück, Fixkosten 90.000,00 €.
Rechenweg
- Stückdeckungsbeitrag: 120,00 € − 75,00 € = 45,00 €
- Gesamtdeckungsbeitrag: 45,00 € × 4.000 Stück = 180.000,00 €
- Betriebsergebnis: 180.000,00 € − 90.000,00 € Fixkosten = 90.000,00 €
Ergebnis db = 45,00 € je Stück
Die Fixkosten sind gedeckt — es bleibt ein Gewinn von 90.000,00 €.
Typische Fehler bei Deckungsbeitrag
- Fixkosten auf das Stück umlegen und vom Preis abziehen — in der Deckungsbeitragsrechnung bleiben die Fixkosten als Block stehen.
- Bei einem Zusatzauftrag die Fixkosten erneut einrechnen: Bei freier Kapazität lohnt er sich kurzfristig schon, wenn der Deckungsbeitrag positiv ist.
- Stück- und Gesamtdeckungsbeitrag verwechseln (db × Menge = DB).
Wo Deckungsbeitrag in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 10: Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern und Lernfeld 6: Werteströme erfassen und beurteilen. Kosten und Leistungen erfassen, kalkulieren, Deckungsbeiträge ermitteln und den Erfolg mit Kennzahlen steuern.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 10 (Teil 2) und Lernfeld 6 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Kundenbeziehungsprozesse · Kaufmännische Steuerung.
Die Begriffe dazu
- Deckungsbeitrag — Formel und Entscheidung
- Stückdeckungsbeitrag = Nettoverkaufspreis − variable Stückkosten. Gesamt-DB = Stück-DB × Menge; Betriebsergebnis = Gesamt-DB − Fixkosten. Kurzfristig gilt: Ein Zusatzauftrag mit positivem Stück-DB verbessert das Ergebnis, solange freie Kapazität besteht — auch wenn er die Vollkosten nicht deckt.
- Break-even-Point (Gewinnschwelle)
- Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag. Beispiel Bürostuhlmodell: Verkaufspreis 260 €, variable Kosten 180 €, Fixkosten 40.000 € → 40.000 ÷ 80 = 500 Stück. Darunter Verlust, darüber Gewinn — jeder weitere Stuhl bringt 80 € Gewinn.
- Umsatz- und Gesamtkapitalrentabilität
- Umsatzrentabilität = Gewinn ÷ Umsatz × 100 — wie viel Cent Gewinn bleiben von jedem Euro Umsatz. Gesamtkapitalrentabilität = (Gewinn + Fremdkapitalzinsen) ÷ Gesamtkapital × 100 — Verzinsung des gesamten eingesetzten Kapitals. Liegt sie über dem Fremdkapitalzins, steigert zusätzliches Fremdkapital die Eigenkapitalrentabilität (Leverage-Effekt).
- Controlling — Soll-Ist-Vergleich
- Controlling plant, steuert und kontrolliert: Soll-Werte (Budget) werden mit Ist-Werten verglichen, Abweichungen absolut (Ist − Soll) und relativ ((Ist − Soll) ÷ Soll × 100) berechnet, Ursachen analysiert und Maßnahmen abgeleitet. Darstellung oft als Tabelle mit bedingter Formatierung oder Säulendiagramm.
- Inventur — Arten
- Inventur = mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensteile und Schulden. Körperlich (zählen, messen, wiegen) oder buchmäßig (Forderungen, Bankguthaben). Zeitlich: Stichtagsinventur (innerhalb von 10 Tagen um den Bilanzstichtag), verlegte Inventur (3 Monate vor bis 2 Monate nach dem Stichtag), permanente Inventur (laufend über die Lagerbuchhaltung).
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 25 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Fixe und variable Kosten im Großhandel
- Deckungsbeitrag eines Bürostuhl-Modells
- Break-even der Ergonomieberatung
- Vorwärtskalkulation im Handel bis zum Listenverkaufspreis
- Stundenverrechnungssatz des Montageteams
- Rentabilitätskennzahlen berechnen
- Soll-Ist-Vergleich einer Kostenstelle
- Differenzkalkulation bei vorgegebenem Marktpreis
Verwandte Formeln
- Break-even-Menge (Gewinnschwelle)
Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag - Stückkosten (Kostendegression)
Stückkosten = Gesamtkosten ÷ Menge = Fixkosten ÷ Menge + variable Stückkosten - Differenzkalkulation
Gewinn = Barverkaufspreis − Selbstkosten; Gewinnzuschlag = Gewinn ÷ Selbstkosten × 100 - Wirtschaftlichkeit
Leistung ÷ Kosten (bzw. Ertrag ÷ Aufwand) - Produktivität
Ausbringungsmenge ÷ Faktoreinsatzmenge - Umsatzrentabilität
Gewinn ÷ Umsatzerlöse × 100 - Eigenkapitalrentabilität
Gewinn (Jahresüberschuss) ÷ Eigenkapital × 100 - Lineare Abschreibung (AfA)
Jährliche AfA = Anschaffungskosten ÷ Nutzungsdauer
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Deckungsbeitrag?
Deckungsbeitrag (Stück und gesamt): db = Verkaufspreis − variable Stückkosten; DB = db × Menge; Betriebsergebnis = DB − Fixkosten — Im Handel sind die variablen Kosten vor allem der Bezugspreis der Ware (plus Provision, Verpackung). Der Deckungsbeitrag deckt zuerst die Fixkosten, danach entsteht Gewinn.
Wie sieht ein Rechenbeispiel für Deckungsbeitrag aus?
Gegeben: Verkaufspreis je Stück 120,00 €, Variable Stückkosten 75,00 €, Absatzmenge 4.000 Stück, Fixkosten 90.000,00 €. Rechenweg: Stückdeckungsbeitrag: 120,00 € − 75,00 € = 45,00 €; Gesamtdeckungsbeitrag: 45,00 € × 4.000 Stück = 180.000,00 €; Betriebsergebnis: 180.000,00 € − 90.000,00 € Fixkosten = 90.000,00 €. Ergebnis: db = 45,00 € je Stück.
Welche Fehler passieren bei Deckungsbeitrag häufig?
Fixkosten auf das Stück umlegen und vom Preis abziehen — in der Deckungsbeitragsrechnung bleiben die Fixkosten als Block stehen. Bei einem Zusatzauftrag die Fixkosten erneut einrechnen: Bei freier Kapazität lohnt er sich kurzfristig schon, wenn der Deckungsbeitrag positiv ist. Stück- und Gesamtdeckungsbeitrag verwechseln (db × Menge = DB).
Wie sieht ein Praxisbeispiel für den Deckungsbeitrag aus?
Die Kontorhaus Brandt GmbH verkauft den Bürostuhl „Ergo Pro“ für 480 € netto. Variable Kosten je Stuhl (Bezugspreis, Verpackung, Provision): 310 €. Stückdeckungsbeitrag: 170 €. Bei 1.200 verkauften Stühlen: DB 204.000 €. Nach Abzug der Fixkosten der Produktgruppe von 150.000 € bleiben 54.000 € Betriebsergebnis.
Wie kommt der Deckungsbeitrag in der Prüfung Büromanagement vor?
In Teil 2 (Lernfeld 10) als Entscheidungshilfe: Zusatzauftrag annehmen, Preisuntergrenze bestimmen, Sortiment bereinigen. Typisch ist eine Tabelle mit mehreren Artikeln, für die DB und Rangfolge zu berechnen sind — gut umsetzbar auch in Excel.
In welchem Lernfeld kommt Deckungsbeitrag vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 10 „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2) und Lernfeld 6 „Werteströme erfassen und beurteilen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).
Welche Formeln gehören noch zu Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen?
Zum Bereich Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen zählen außerdem: Break-even-Menge (Gewinnschwelle), Stückkosten (Kostendegression), Wirtschaftlichkeit, Produktivität, Umsatzrentabilität, Eigenkapitalrentabilität, Lineare Abschreibung (AfA), Soll-Ist-Abweichung.
Rechnen statt nachschlagen
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