Formel · Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen

Break-even-Menge (Gewinnschwelle)

Die Break-even-Menge (Gewinnschwelle) ist die Absatzmenge, bei der die Deckungsbeiträge genau die Fixkosten decken — darunter macht der Betrieb Verlust, darüber Gewinn.

Formel

Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag

Ergebnis auf ganze Stück aufrunden. Mit Zielgewinn: (Fixkosten + Zielgewinn) ÷ db. Break-even-Umsatz = Break-even-Menge × Verkaufspreis.

  • Lernfeld 10 · 3. Jahr
  • Lernfeld 6 · 2. Jahr
  • Prüfung: Teil 2

Break-even-Menge berechnen: Beispiel und Rechner

Beispiel — gegeben: Fixkosten 90.000,00 €, Verkaufspreis je Stück 120,00 €, Variable Stückkosten 75,00 €, Zielgewinn 0,00 €.

Rechenweg

  1. Stückdeckungsbeitrag: 120,00 € − 75,00 € = 45,00 €
  2. Break-even-Menge: 90.000,00 € ÷ 45,00 € = 2.000 Stück
  3. Umsatz an dieser Stelle: 2.000 × 120,00 € = 240.000,00 €

Ergebnis Gewinnschwelle = 2.000 Stück

Typische Fehler bei Break-even-Menge

  • Die Fixkosten durch den Verkaufspreis statt durch den Stückdeckungsbeitrag teilen.
  • Ein Ergebnis mit Nachkommastellen abrunden — es wird auf das nächste ganze Stück aufgerundet.
  • Gewinnschwelle (Menge) und Break-even-Umsatz (Menge × Preis) verwechseln.

Wo Break-even-Menge in der Prüfung vorkommt

Die Formel gehört zu Lernfeld 10: Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern und Lernfeld 6: Werteströme erfassen und beurteilen. Kosten und Leistungen erfassen, kalkulieren, Deckungsbeiträge ermitteln und den Erfolg mit Kennzahlen steuern.

In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 10 (Teil 2) und Lernfeld 6 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Kundenbeziehungsprozesse · Kaufmännische Steuerung.

Die Begriffe dazu

Break-even-Point (Gewinnschwelle)
Break-even-Menge = Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag. Beispiel Bürostuhlmodell: Verkaufspreis 260 €, variable Kosten 180 €, Fixkosten 40.000 € → 40.000 ÷ 80 = 500 Stück. Darunter Verlust, darüber Gewinn — jeder weitere Stuhl bringt 80 € Gewinn.
Fixe vs. variable Kosten und Fixkostendegression
Fixe Kosten sind unabhängig von der Absatzmenge (Miete, Gehälter, Versicherung), variable steigen mit der Menge (Wareneinsatz, Verpackung, Provision). Fixkostendegression: Je mehr verkauft wird, desto geringer der Fixkostenanteil pro Stück — die Stückkosten sinken.
Deckungsbeitrag — Formel und Entscheidung
Stückdeckungsbeitrag = Nettoverkaufspreis − variable Stückkosten. Gesamt-DB = Stück-DB × Menge; Betriebsergebnis = Gesamt-DB − Fixkosten. Kurzfristig gilt: Ein Zusatzauftrag mit positivem Stück-DB verbessert das Ergebnis, solange freie Kapazität besteht — auch wenn er die Vollkosten nicht deckt.
Wirtschaftlichkeit vs. Produktivität
Wirtschaftlichkeit = Leistungen (bzw. Erträge) ÷ Kosten (bzw. Aufwand) — Wert > 1 bedeutet wirtschaftlich. Produktivität = Ausbringungsmenge ÷ Einsatzmenge, mengenmäßig — z. B. bearbeitete Aufträge je Mitarbeiterstunde. Beide vergleicht man über Zeiträume oder mit anderen Abteilungen.
Inventur — Arten
Inventur = mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensteile und Schulden. Körperlich (zählen, messen, wiegen) oder buchmäßig (Forderungen, Bankguthaben). Zeitlich: Stichtagsinventur (innerhalb von 10 Tagen um den Bilanzstichtag), verlegte Inventur (3 Monate vor bis 2 Monate nach dem Stichtag), permanente Inventur (laufend über die Lagerbuchhaltung).

Damit üben

Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 25 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:

  • Fixe und variable Kosten im GroßhandelMultiple Choice · Leicht
  • Deckungsbeitrag eines Bürostuhl-ModellsRechnung · Mittel
  • Break-even der ErgonomieberatungRechnung · Leicht
  • Vorwärtskalkulation im Handel bis zum ListenverkaufspreisRechnung · Schwer
  • Stundenverrechnungssatz des MontageteamsRechnung · Mittel
  • Rentabilitätskennzahlen berechnenRechnung · Schwer
  • Soll-Ist-Vergleich einer KostenstelleRechnung · Leicht
  • Differenzkalkulation bei vorgegebenem MarktpreisRechnung · Schwer

Verwandte Formeln

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für Break-even-Menge?

Break-even-Menge (Gewinnschwelle): Fixkosten ÷ Stückdeckungsbeitrag — Ergebnis auf ganze Stück aufrunden. Mit Zielgewinn: (Fixkosten + Zielgewinn) ÷ db. Break-even-Umsatz = Break-even-Menge × Verkaufspreis.

Wie sieht ein Rechenbeispiel für Break-even-Menge aus?

Gegeben: Fixkosten 90.000,00 €, Verkaufspreis je Stück 120,00 €, Variable Stückkosten 75,00 €, Zielgewinn 0,00 €. Rechenweg: Stückdeckungsbeitrag: 120,00 € − 75,00 € = 45,00 €; Break-even-Menge: 90.000,00 € ÷ 45,00 € = 2.000 Stück; Umsatz an dieser Stelle: 2.000 × 120,00 € = 240.000,00 €. Ergebnis: Gewinnschwelle = 2.000 Stück.

Welche Fehler passieren bei Break-even-Menge häufig?

Die Fixkosten durch den Verkaufspreis statt durch den Stückdeckungsbeitrag teilen. Ein Ergebnis mit Nachkommastellen abrunden — es wird auf das nächste ganze Stück aufgerundet. Gewinnschwelle (Menge) und Break-even-Umsatz (Menge × Preis) verwechseln.

Wie sieht ein Praxisbeispiel für die Gewinnschwelle aus?

Für den Bürostuhl „Ergo Pro“ der Kontorhaus Brandt GmbH fallen 150.000 € Fixkosten an, der Stückdeckungsbeitrag beträgt 170 €. Break-even-Menge: 150.000 € ÷ 170 € ≈ 882,35 → 883 Stühle. Break-even-Umsatz: 883 × 480 € = 423.840 €.

Wie berechnet man die Gewinnschwelle mit Zielgewinn?

Für die Menge, bei der ein bestimmter Gewinn erreicht wird, kommt der Zielgewinn zu den Fixkosten: (Fixkosten + Zielgewinn) ÷ Stückdeckungsbeitrag. Der Rechner auf dieser Seite hat dafür ein eigenes Feld.

Wie wird die Gewinnschwelle in der Prüfung abgefragt?

In Teil 2 (Lernfeld 10) als Rechnung und oft als Diagramm: Kosten- und Erlösgerade zeichnen oder deuten, Schnittpunkt ablesen. In Teil 1 kann die Darstellung als Liniendiagramm in der Tabellenkalkulation gefordert sein.

In welchem Lernfeld kommt Break-even-Menge vor?

Die Formel gehört zu Lernfeld 10 „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2) und Lernfeld 6 „Werteströme erfassen und beurteilen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).

Welche Formeln gehören noch zu Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen?

Zum Bereich Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen zählen außerdem: Deckungsbeitrag (Stück und gesamt), Stückkosten (Kostendegression), Wirtschaftlichkeit, Produktivität, Umsatzrentabilität, Eigenkapitalrentabilität, Lineare Abschreibung (AfA), Soll-Ist-Abweichung.

Rechnen statt nachschlagen

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