Formel · Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen

Soll-Ist-Abweichung

Die Soll-Ist-Abweichung vergleicht einen geplanten Wert (Soll, Budget) mit dem tatsächlich erreichten (Ist) — absolut in Euro oder Stück und relativ in Prozent des Sollwerts; sie ist das Grundwerkzeug des Controllings.

Formel

Abweichung absolut = Ist − Soll; Abweichung in % = (Ist − Soll) ÷ Soll × 100

Bezugsgröße ist immer der Soll- bzw. Planwert. Bei Kosten ist eine positive Abweichung ungünstig, bei Umsätzen günstig — das Vorzeichen allein bewertet nichts.

  • Lernfeld 10 · 3. Jahr
  • Lernfeld 6 · 2. Jahr
  • Prüfung: Teil 2

Typische Fehler bei Soll-Ist-Abweichung

  • Durch den Istwert statt durch den Sollwert teilen — Bezugsgröße ist der Plan.
  • Das Vorzeichen falsch deuten: Bei Kosten ist eine positive Abweichung (Ist über Soll) ungünstig, bei Umsätzen günstig.
  • Nur die Abweichung nennen statt nach Ursachen zu fragen — erst die Ursachenanalyse macht den Vergleich zum Steuerungsinstrument.

Ab wann ist eine Abweichung kritisch?

Viele Unternehmen legen Toleranzgrenzen fest, etwa einen Prozentsatz oder Eurobetrag, ab dem eine Abweichung analysiert und begründet werden muss. Eine allgemeingültige Grenze gibt es nicht; sie hängt von der Höhe des Budgets und der Bedeutung der Position ab.

Wo Soll-Ist-Abweichung in der Prüfung vorkommt

Die Formel gehört zu Lernfeld 10: Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern und Lernfeld 6: Werteströme erfassen und beurteilen. Kosten und Leistungen erfassen, kalkulieren, Deckungsbeiträge ermitteln und den Erfolg mit Kennzahlen steuern.

In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 10 (Teil 2) und Lernfeld 6 (Teil 2). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Kundenbeziehungsprozesse · Kaufmännische Steuerung.

Die Begriffe dazu

Controlling — Soll-Ist-Vergleich
Controlling plant, steuert und kontrolliert: Soll-Werte (Budget) werden mit Ist-Werten verglichen, Abweichungen absolut (Ist − Soll) und relativ ((Ist − Soll) ÷ Soll × 100) berechnet, Ursachen analysiert und Maßnahmen abgeleitet. Darstellung oft als Tabelle mit bedingter Formatierung oder Säulendiagramm.
Buchungsregeln auf Bestandskonten
Aktivkonten: Anfangsbestand und Zugänge im Soll, Abgänge im Haben. Passivkonten: Anfangsbestand und Zugänge im Haben, Abgänge im Soll. Schlussbestand steht auf der kleineren Seite und geht ins Schlussbilanzkonto. Merksatz: Jede Buchung im Soll und im Haben mit gleichem Betrag — „Soll an Haben“.
Erfolgskonten und GuV
Aufwandskonten (z. B. Büromaterial, Löhne, Miete) buchen im Soll, Ertragskonten (Umsatzerlöse, Zinserträge) im Haben. Abschluss über das GuV-Konto: Erträge > Aufwendungen = Gewinn, umgekehrt Verlust. Der Saldo der GuV geht auf das Eigenkapitalkonto — Gewinn erhöht, Verlust mindert das Eigenkapital.
Umsatzsteuer, Vorsteuer, Zahllast
Umsatzsteuer = Steuer auf Ausgangsrechnungen (Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt). Vorsteuer = Steuer auf Eingangsrechnungen (Forderung). Zahllast = Umsatzsteuer − Vorsteuer. Beispiel: 19.000 € − 11.400 € = 7.600 € an das Finanzamt; ist die Vorsteuer höher, entsteht ein Erstattungsanspruch (Vorsteuerüberhang).
Umsatzsteuer-Voranmeldung — Termine
Elektronisch über ELSTER bis zum 10. des Folgemonats (mit Dauerfristverlängerung einen Monat später). Monatlich, wenn die Steuer des Vorjahres mehr als 9.000 € betrug (seit 2025), vierteljährlich bei mehr als 2.000 € bis 9.000 €; darunter kann das Finanzamt befreien. Die Zahllast ist zum selben Termin fällig.

Damit üben

Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 25 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:

  • Fixe und variable Kosten im GroßhandelMultiple Choice · Leicht
  • Deckungsbeitrag eines Bürostuhl-ModellsRechnung · Mittel
  • Break-even der ErgonomieberatungRechnung · Leicht
  • Vorwärtskalkulation im Handel bis zum ListenverkaufspreisRechnung · Schwer
  • Stundenverrechnungssatz des MontageteamsRechnung · Mittel
  • Rentabilitätskennzahlen berechnenRechnung · Schwer
  • Soll-Ist-Vergleich einer KostenstelleRechnung · Leicht
  • Differenzkalkulation bei vorgegebenem MarktpreisRechnung · Schwer

Verwandte Formeln

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für Soll-Ist-Abweichung?

Soll-Ist-Abweichung: Abweichung absolut = Ist − Soll; Abweichung in % = (Ist − Soll) ÷ Soll × 100 — Bezugsgröße ist immer der Soll- bzw. Planwert. Bei Kosten ist eine positive Abweichung ungünstig, bei Umsätzen günstig — das Vorzeichen allein bewertet nichts.

Wann muss eine Soll-Ist-Abweichung untersucht werden?

Viele Unternehmen legen Toleranzgrenzen fest, etwa einen Prozentsatz oder Eurobetrag, ab dem eine Abweichung analysiert und begründet werden muss. Eine allgemeingültige Grenze gibt es nicht; sie hängt von der Höhe des Budgets und der Bedeutung der Position ab.

Welche Fehler passieren bei Soll-Ist-Abweichung häufig?

Durch den Istwert statt durch den Sollwert teilen — Bezugsgröße ist der Plan. Das Vorzeichen falsch deuten: Bei Kosten ist eine positive Abweichung (Ist über Soll) ungünstig, bei Umsätzen günstig. Nur die Abweichung nennen statt nach Ursachen zu fragen — erst die Ursachenanalyse macht den Vergleich zum Steuerungsinstrument.

Wie sieht ein Praxisbeispiel für die Soll-Ist-Abweichung aus?

Die Kontorhaus Brandt GmbH hat für ihren Messeauftritt 45.000 € geplant, tatsächlich wurden 49.950 € ausgegeben. Abweichung: 49.950 € − 45.000 € = + 4.950 €, in Prozent: 4.950 € ÷ 45.000 € × 100 = + 11 %. Weil es sich um Kosten handelt, ist die Abweichung ungünstig und muss begründet werden.

Wie kommt der Soll-Ist-Vergleich in der Prüfung vor?

In Teil 1 als Excel-Tabelle (Abweichung absolut und in Prozent, Hervorhebung per bedingter Formatierung oder WENN), in Teil 2 als Controlling-Aufgabe aus Lernfeld 10 und bei der Nachbereitung von Veranstaltungen und Projekten (Lernfeld 12 und 13).

In welchem Lernfeld kommt Soll-Ist-Abweichung vor?

Die Formel gehört zu Lernfeld 10 „Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern“ (3. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2) und Lernfeld 6 „Werteströme erfassen und beurteilen“ (2. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 2).

Welche Formeln gehören noch zu Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen?

Zum Bereich Kosten- & Leistungsrechnung, Kennzahlen zählen außerdem: Deckungsbeitrag (Stück und gesamt), Break-even-Menge (Gewinnschwelle), Stückkosten (Kostendegression), Wirtschaftlichkeit, Produktivität, Umsatzrentabilität, Eigenkapitalrentabilität, Lineare Abschreibung (AfA).

Rechnen statt nachschlagen

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