Formel · Beschaffung & Lager

Meldebestand (Bestellpunkt)

Der Meldebestand (Bestellpunkt) ist der Lagerbestand, bei dem neu bestellt werden muss, damit die Ware eintrifft, bevor der Mindestbestand angegriffen wird.

Formel

Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Mindestbestand

Bei Erreichen wird bestellt, damit die Lieferung eintrifft, bevor der Mindestbestand angegriffen wird. Wiederbeschaffungszeit = Zeit von der Bestellung bis zur Einlagerung.

  • Lernfeld 4 · 1. Jahr
  • Prüfung: Teil 1

Meldebestand berechnen: Beispiel und Rechner

Beispiel — gegeben: Tagesverbrauch 40 Stück/Tag, Wiederbeschaffungszeit 8 Tage, Mindestbestand 200 Stück.

Rechenweg

  1. Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit: 40 Stück × 8 Tage = 320 Stück
  2. Meldebestand: 320 + 200 Mindestbestand = 520 Stück

Ergebnis Meldebestand = 520 Stück

Typische Fehler bei Meldebestand

  • Den Mindestbestand nicht addieren — dann wäre das Lager bei Lieferung leer statt auf dem Sicherheitsniveau.
  • Wiederbeschaffungszeit in Wochen und Verbrauch pro Tag mischen — die Einheiten vorher angleichen.
  • Mindest- und Meldebestand verwechseln: Der Mindestbestand ist die Reserve, der Meldebestand der Auslöser für die Bestellung.

Wo Meldebestand in der Prüfung vorkommt

Die Formel gehört zu Lernfeld 4: Sachgüter und Dienstleistungen beschaffen und Verträge schließen. Bedarf ermitteln, Bezugsquellen finden, Angebote vergleichen, rechtssicher bestellen und Störungen des Kaufvertrags bearbeiten.

In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 4 (Teil 1). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1 · Wirtschafts- & Sozialkunde.

Die Begriffe dazu

Bestellpunkt- vs. Bestellrhythmusverfahren
Bestellpunktverfahren: Bestellt wird, sobald der Meldebestand erreicht ist — feste Menge, wechselnde Termine; geeignet bei schwankendem Verbrauch. Bestellrhythmusverfahren: Bestellung in festen Abständen (z. B. jeden Montag) — feste Termine, wechselnde Mengen; geeignet bei gleichmäßigem Verbrauch wie Büromaterial.
Bedarfsermittlung — die drei Fragen
WAS wird benötigt (Art, Qualität — z. B. Recyclingpapier mit Blauem Engel)? WIE VIEL (Menge aus Verbrauch der Vorperioden, Lagerbestand, geplanten Aufträgen)? WANN (Liefertermin, Lieferzeit, Meldebestand)? Dabei gelten das ökonomische Prinzip und Nachhaltigkeitsziele.
Meldebestand — Formel und Beispiel
Meldebestand = Tagesverbrauch × Lieferzeit (in Tagen) + Mindestbestand. Beispiel Kopierpapier: 40 Pakete/Tag × 5 Tage + 120 Pakete = 320 Pakete. Wird er erreicht, muss bestellt werden, damit die Lieferung eintrifft, bevor der Mindestbestand angegriffen wird.
Vertragsarten im Büroalltag
Kaufvertrag: Eigentum gegen Geld. Mietvertrag: entgeltliche Gebrauchsüberlassung (Kopierer, Büroräume). Leasingvertrag: Miete mit Sonderregeln, Leasinggeber bleibt Eigentümer. Dienstvertrag: Tätigkeit geschuldet, kein Erfolg (Steuerberatung). Werkvertrag: Erfolg geschuldet (Montage einer Empfangstheke, Website-Erstellung). Leihe: unentgeltliche Gebrauchsüberlassung.
Erfüllungsort, Gefahrübergang, Gerichtsstand
Erfüllungsort ist der Ort, an dem der Schuldner leisten muss — ohne Vereinbarung sein Wohn- bzw. Geschäftssitz. Dort geht beim Handelskauf die Gefahr des zufälligen Untergangs auf den Käufer über (beim Versendungskauf mit Übergabe an den Transporteur; beim Verbrauchsgüterkauf erst bei Übergabe an den Verbraucher). Gerichtsstand folgt dem Erfüllungsort, unter Kaufleuten frei vereinbar.

Damit üben

Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 26 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:

  • Bezugspreis für Kopierpapier kalkulierenRechnung · Mittel
  • Quantitativer Angebotsvergleich dreier StuhllieferantenRechnung · Schwer
  • Lieferantenauswahl mit der NutzwertanalyseRechnung · Mittel
  • Qualitative Kriterien im AngebotsvergleichMultiple Choice · Leicht
  • Mindest- und Meldebestand für VerbrauchsmaterialRechnung · Mittel
  • Lagerumschlag und Lagerdauer berechnenRechnung · Mittel
  • Eingangsrechnung sachlich und rechnerisch prüfenOffen · Schwer
  • Interne und externe Bezugsquellen unterscheidenMultiple Choice · Leicht

Verwandte Formeln

Häufige Fragen

Wie lautet die Formel für Meldebestand?

Meldebestand (Bestellpunkt): Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Mindestbestand — Bei Erreichen wird bestellt, damit die Lieferung eintrifft, bevor der Mindestbestand angegriffen wird. Wiederbeschaffungszeit = Zeit von der Bestellung bis zur Einlagerung.

Wie sieht ein Rechenbeispiel für Meldebestand aus?

Gegeben: Tagesverbrauch 40 Stück/Tag, Wiederbeschaffungszeit 8 Tage, Mindestbestand 200 Stück. Rechenweg: Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit: 40 Stück × 8 Tage = 320 Stück; Meldebestand: 320 + 200 Mindestbestand = 520 Stück. Ergebnis: Meldebestand = 520 Stück.

Welche Fehler passieren bei Meldebestand häufig?

Den Mindestbestand nicht addieren — dann wäre das Lager bei Lieferung leer statt auf dem Sicherheitsniveau. Wiederbeschaffungszeit in Wochen und Verbrauch pro Tag mischen — die Einheiten vorher angleichen. Mindest- und Meldebestand verwechseln: Der Mindestbestand ist die Reserve, der Meldebestand der Auslöser für die Bestellung.

Wie sieht ein Praxisbeispiel für den Meldebestand aus?

Die Kontorhaus Brandt GmbH verkauft täglich 45 Kartons Kopierpapier. Die Papierhaus Lenz KG liefert 6 Tage nach der Bestellung, als Mindestbestand gelten 3 Tagesverbräuche (135 Kartons). Meldebestand: 45 × 6 + 135 = 405 Kartons. Sinkt der Bestand auf 405 Kartons, wird nachbestellt.

Wie wird der Meldebestand in der Prüfung Büromanagement abgefragt?

In Teil 1 häufig in der Tabellenkalkulation: Meldebestand berechnen und mit einer WENN-Funktion anzeigen lassen, ob bestellt werden muss, z. B. =WENN(C2<=D2;"bestellen";""). Dazu kommen Fragen, wie sich eine längere Lieferzeit oder ein höherer Verbrauch auswirken.

In welchem Lernfeld kommt Meldebestand vor?

Die Formel gehört zu Lernfeld 4 „Sachgüter und Dienstleistungen beschaffen und Verträge schließen“ (1. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1).

Welche Formeln gehören noch zu Beschaffung & Lager?

Zum Bereich Beschaffung & Lager zählen außerdem: Bezugskalkulation (Einstandspreis), Nutzwertanalyse, Mindestbestand (Sicherheitsbestand), Durchschnittlicher Lagerbestand, Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer.

Rechnen statt nachschlagen

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