Formel · Beschaffung & Lager
Durchschnittlicher Lagerbestand
Der durchschnittliche Lagerbestand gibt an, wie viel Ware (in Stück oder Euro) während eines Zeitraums im Mittel auf Lager liegt; er ist die Basis für Umschlagshäufigkeit, Lagerdauer und Lagerzinsen.
(Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2
Genauer mit Monatswerten: (Anfangsbestand + 12 Monatsendbestände) ÷ 13. In Stück oder Euro (zu Bezugspreisen) — einheitlich bleiben.
Durchschnittlicher Lagerbestand berechnen: Beispiel und Rechner
Beispiel — gegeben: Anfangsbestand 60.000,00 €, Endbestand 50.000,00 €.
Rechenweg
- (60.000,00 € + 50.000,00 €) ÷ 2 = 55.000,00 €
Ergebnis Ø Lagerbestand = 55.000,00 €
Typische Fehler bei Durchschnittlicher Lagerbestand
- Nur Anfangs- und Endbestand nehmen, obwohl die Aufgabe alle zwölf Monatsendbestände nennt — dann gilt (Anfangsbestand + 12 Monatsendbestände) ÷ 13.
- Bei Monatswerten durch 12 statt durch 13 teilen — es sind 13 Werte.
- Mengen und Werte mischen: Für die Umschlagshäufigkeit Wareneinsatz und Lagerbestand in derselben Einheit nehmen.
Wo Durchschnittlicher Lagerbestand in der Prüfung vorkommt
Die Formel gehört zu Lernfeld 4: Sachgüter und Dienstleistungen beschaffen und Verträge schließen. Bedarf ermitteln, Bezugsquellen finden, Angebote vergleichen, rechtssicher bestellen und Störungen des Kaufvertrags bearbeiten.
In der Abschlussprüfung gehört das zum Stoff von Lernfeld 4 (Teil 1). Aufbau und Inhalte der Prüfungsbereiche: Abschlussprüfung Teil 1 · Wirtschafts- & Sozialkunde.
Die Begriffe dazu
- Bedarfsermittlung — die drei Fragen
- WAS wird benötigt (Art, Qualität — z. B. Recyclingpapier mit Blauem Engel)? WIE VIEL (Menge aus Verbrauch der Vorperioden, Lagerbestand, geplanten Aufträgen)? WANN (Liefertermin, Lieferzeit, Meldebestand)? Dabei gelten das ökonomische Prinzip und Nachhaltigkeitsziele.
- Optimale Bestellmenge — der Zielkonflikt
- Große Bestellmengen: wenige Bestellungen (niedrige Bestellkosten), aber hoher Lagerbestand (hohe Lagerhaltungskosten). Kleine Mengen: umgekehrt. Optimal ist die Menge, bei der die Summe aus Bestell- und Lagerkosten am niedrigsten ist — in der Prüfung meist per Tabelle ermittelt.
- Lagerkennzahlen — die drei Formeln
- Ø Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2 (oder (AB + 12 Monatsendbestände) ÷ 13). Umschlagshäufigkeit = Jahresverbrauch ÷ Ø Lagerbestand. Ø Lagerdauer = 360 ÷ Umschlagshäufigkeit. Beispiel: (400 + 600) ÷ 2 = 500; 6.000 ÷ 500 = 12; 360 ÷ 12 = 30 Tage.
- Rechtsfähigkeit — natürliche und juristische Personen
- Rechtsfähigkeit = Fähigkeit, Träger von Rechten und Pflichten zu sein. Natürliche Personen: von der Vollendung der Geburt bis zum Tod (§ 1 BGB). Juristische Personen: privatrechtlich (GmbH, AG, eingetragener Verein) mit Eintragung ins Register; öffentlich-rechtlich (Stadt, IHK, Bundesagentur für Arbeit) kraft Gesetz bzw. Errichtung.
- Geschäftsfähigkeit — die drei Stufen
- Geschäftsunfähig: unter 7 Jahren sowie bei dauerhafter krankhafter Störung der Geistestätigkeit — Willenserklärungen nichtig (§§ 104, 105 BGB). Beschränkt geschäftsfähig: 7 bis unter 18 — Verträge schwebend unwirksam bis zur Genehmigung der Eltern, außer bei lediglich rechtlichem Vorteil, Taschengeld, Erwerbsgeschäft (zusätzlich mit Genehmigung des Familiengerichts) oder Arbeitsverhältnis mit Ermächtigung der Eltern (§§ 106–113; § 113 gilt nicht für Ausbildungsverhältnisse). Voll geschäftsfähig: ab 18.
Damit üben
Zu diesem Lernfeld liegen im Trainer 26 Aufgaben mit Musterlösung bereit — ein Ausschnitt:
- Bezugspreis für Kopierpapier kalkulieren
- Quantitativer Angebotsvergleich dreier Stuhllieferanten
- Lieferantenauswahl mit der Nutzwertanalyse
- Qualitative Kriterien im Angebotsvergleich
- Mindest- und Meldebestand für Verbrauchsmaterial
- Lagerumschlag und Lagerdauer berechnen
- Eingangsrechnung sachlich und rechnerisch prüfen
- Interne und externe Bezugsquellen unterscheiden
Verwandte Formeln
- Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer
Lagerumschlagshäufigkeit = Wareneinsatz ÷ Ø Lagerbestand; Ø Lagerdauer = 360 ÷ Lagerumschlagshäufigkeit - Gewogener Durchschnitt
Σ (Wert × Gewicht) ÷ Σ Gewichte - SUMME und MITTELWERT
=SUMME(B2:B13); =MITTELWERT(B2:B13); =MIN(B2:B13); =MAX(B2:B13); =ANZAHL(B2:B13) - Bezugskalkulation (Einstandspreis)
Listeneinkaufspreis − Liefererrabatt = Zieleinkaufspreis − Liefererskonto = Bareinkaufspreis + Bezugskosten = Bezugspreis - Nutzwertanalyse
Nutzwert je Angebot = Σ (Gewichtung des Kriteriums × Punktwert) - Meldebestand (Bestellpunkt)
Tagesverbrauch × Wiederbeschaffungszeit + Mindestbestand - Mindestbestand (Sicherheitsbestand)
Tagesverbrauch × Sicherheitszeit in Tagen
Häufige Fragen
Wie lautet die Formel für Durchschnittlicher Lagerbestand?
Durchschnittlicher Lagerbestand: (Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2 — Genauer mit Monatswerten: (Anfangsbestand + 12 Monatsendbestände) ÷ 13. In Stück oder Euro (zu Bezugspreisen) — einheitlich bleiben.
Wie sieht ein Rechenbeispiel für Durchschnittlicher Lagerbestand aus?
Gegeben: Anfangsbestand 60.000,00 €, Endbestand 50.000,00 €. Rechenweg: (60.000,00 € + 50.000,00 €) ÷ 2 = 55.000,00 €. Ergebnis: Ø Lagerbestand = 55.000,00 €.
Welche Fehler passieren bei Durchschnittlicher Lagerbestand häufig?
Nur Anfangs- und Endbestand nehmen, obwohl die Aufgabe alle zwölf Monatsendbestände nennt — dann gilt (Anfangsbestand + 12 Monatsendbestände) ÷ 13. Bei Monatswerten durch 12 statt durch 13 teilen — es sind 13 Werte. Mengen und Werte mischen: Für die Umschlagshäufigkeit Wareneinsatz und Lagerbestand in derselben Einheit nehmen.
Wie sieht ein Praxisbeispiel für den durchschnittlichen Lagerbestand aus?
Die Kontorhaus Brandt GmbH hatte am 01.01. Toner im Wert von 18.400 € auf Lager, am 31.12. für 15.600 €. Durchschnittlicher Lagerbestand: (18.400 € + 15.600 €) ÷ 2 = 17.000 €. Liegen Monatsendbestände vor, ist die genauere Formel mit 13 Werten zu nehmen.
Wie kommt der durchschnittliche Lagerbestand in der Prüfung vor?
Als Zwischenschritt für Lagerkennzahlen in Teil 1 und Teil 2 — in Excel oft mit =MITTELWERT(B2:B14) über Anfangs- und zwölf Monatsendbestände. Anschließend wird meist die Umschlagshäufigkeit verlangt.
In welchem Lernfeld kommt Durchschnittlicher Lagerbestand vor?
Die Formel gehört zu Lernfeld 4 „Sachgüter und Dienstleistungen beschaffen und Verträge schließen“ (1. Ausbildungsjahr, Prüfungsbereich Teil 1).
Welche Formeln gehören noch zu Beschaffung & Lager?
Zum Bereich Beschaffung & Lager zählen außerdem: Bezugskalkulation (Einstandspreis), Nutzwertanalyse, Meldebestand (Bestellpunkt), Mindestbestand (Sicherheitsbestand), Lagerumschlagshäufigkeit und Lagerdauer.
Rechnen statt nachschlagen
Eine Formel zu kennen ist das eine, sie unter Zeitdruck richtig anzuwenden das andere. Bei Büromausi übst du genau das — mit Aufgaben im Prüfungsformat, Musterlösungen und Simulationen mit IHK-Punktelogik. Der Einstieg ist kostenlos.
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