Lernfeld 6 · Kaufmann/-frau für Büromanagement · AO 2025

Werteströme erfassen und beurteilen

Die Buchführung im Büromanagement: Inventur und Bilanz, Buchungssätze auf Bestands- und Erfolgskonten, Umsatzsteuer und Zahllast, Belege und Erfolgsermittlung — Grundlage der kaufmännischen Steuerung in Teil 2.

  • 2. Ausbildungsjahr
  • 80 Unterrichtsstunden
  • Prüfung: Teil 2

Themen und Ausbildungsinhalte in Lernfeld 6

  • Inventur, Inventar, Bilanz
  • Bestands- und Erfolgskonten, Buchungssätze
  • Umsatzsteuer, Vorsteuer, Zahllast
  • Belege & Aufbewahrung
  • GuV & Abschreibung

Wichtige Begriffe in Lernfeld 6

Inventur — Arten
Inventur = mengen- und wertmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensteile und Schulden. Körperlich (zählen, messen, wiegen) oder buchmäßig (Forderungen, Bankguthaben). Zeitlich: Stichtagsinventur (innerhalb von 10 Tagen um den Bilanzstichtag), verlegte Inventur (3 Monate vor bis 2 Monate nach dem Stichtag), permanente Inventur (laufend über die Lagerbuchhaltung).
Inventar — Aufbau
Ausführliches Bestandsverzeichnis in Staffelform: A. Vermögen (Anlagevermögen, Umlaufvermögen — geordnet nach steigender Liquidität), B. Schulden (langfristig, kurzfristig — nach Fälligkeit), C. Ermittlung des Reinvermögens = Vermögen − Schulden = Eigenkapital.
Bilanz — Aktiva und Passiva
Kurzgefasste Gegenüberstellung in Kontenform. Aktiva (Mittelverwendung): Anlagevermögen (Gebäude, Fuhrpark, Betriebs- und Geschäftsausstattung) und Umlaufvermögen (Waren, Forderungen, Bank, Kasse). Passiva (Mittelherkunft): Eigenkapital und Fremdkapital. Summe Aktiva = Summe Passiva.
Die vier Bilanzveränderungen
Aktivtausch: Bareinzahlung auf das Bankkonto (Bilanzsumme gleich). Passivtausch: Verbindlichkeit wird in ein Darlehen umgewandelt. Aktiv-Passiv-Mehrung: Kauf eines Laptops (Betriebs- und Geschäftsausstattung) auf Ziel (Bilanzverlängerung). Aktiv-Passiv-Minderung: Verbindlichkeit per Bank bezahlt (Bilanzverkürzung).
Buchungsregeln auf Bestandskonten
Aktivkonten: Anfangsbestand und Zugänge im Soll, Abgänge im Haben. Passivkonten: Anfangsbestand und Zugänge im Haben, Abgänge im Soll. Schlussbestand steht auf der kleineren Seite und geht ins Schlussbilanzkonto. Merksatz: Jede Buchung im Soll und im Haben mit gleichem Betrag — „Soll an Haben“.
Erfolgskonten und GuV
Aufwandskonten (z. B. Büromaterial, Löhne, Miete) buchen im Soll, Ertragskonten (Umsatzerlöse, Zinserträge) im Haben. Abschluss über das GuV-Konto: Erträge > Aufwendungen = Gewinn, umgekehrt Verlust. Der Saldo der GuV geht auf das Eigenkapitalkonto — Gewinn erhöht, Verlust mindert das Eigenkapital.
Buchungssatz: Eingangsrechnung für Büromaterial auf Ziel
Büromaterial 400 € + 19 % USt 76 € = 476 €. Buchung: Aufwendungen für Büromaterial 400 € und Vorsteuer 76 € an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 476 €. Grundlage ist der Beleg — „keine Buchung ohne Beleg“ (GoB).
Umsatzsteuer, Vorsteuer, Zahllast
Umsatzsteuer = Steuer auf Ausgangsrechnungen (Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt). Vorsteuer = Steuer auf Eingangsrechnungen (Forderung). Zahllast = Umsatzsteuer − Vorsteuer. Beispiel: 19.000 € − 11.400 € = 7.600 € an das Finanzamt; ist die Vorsteuer höher, entsteht ein Erstattungsanspruch (Vorsteuerüberhang).

Im Trainer liegen 16 Karteikarten zu diesem Lernfeld — die übrigen 8 wiederholst du dort im Spaced-Repetition-Rhythmus.

Mehr Karteikarten für Kaufleute für Büromanagement — alle Lernfelder und wie die Wiederholung funktioniert.

Beispielaufgabe mit Lösung: Buchungssatz beim Zielverkauf von Waren

Multiple Choice · AP2 · Lernfeld 6

Situation: Die Kontorhaus Brandt GmbH liefert dem Gymnasium am Wall Bürostühle auf Ziel. Ausgangsrechnung: Warenwert 12.000,00 € netto + 19 % USt 2.280,00 € = 14.280,00 €.

Aufgabe: Wie lautet der Buchungssatz?

  1. Aufwendungen für Waren 12.000,00 € und Vorsteuer 2.280,00 € an Verbindlichkeiten a. LL 14.280,00 €
  2. Umsatzerlöse für Waren 12.000,00 € und Umsatzsteuer 2.280,00 € an Forderungen a. LL 14.280,00 €
  3. Bank 14.280,00 € an Umsatzerlöse für Waren 14.280,00 €
  4. Forderungen a. LL 14.280,00 € an Umsatzerlöse für Waren 12.000,00 € und Vorsteuer 2.280,00 €
  5. Forderungen a. LL 14.280,00 € an Umsatzerlöse für Waren 12.000,00 € und Umsatzsteuer 2.280,00 €
Lösung anzeigen

Richtig: E

Beim Zielverkauf entsteht eine Forderung (Aktivkonto, Soll). Im Haben stehen der Nettoerlös auf „Umsatzerlöse für Waren“ und die Umsatzsteuer als Verbindlichkeit gegenüber dem Finanzamt. Vorsteuer gehört zum Einkauf, nicht zum Verkauf; die Variante „Umsatzerlöse … an Forderungen“ ist der Stornobuchungssatz.

Tipp: Was entsteht beim Verkauf auf Ziel — und welche Steuer fällt beim Verkauf an, welche beim Einkauf?

Formeln zu Lernfeld 6

Themen in Lernfeld 6 zum Nachschlagen

Jedes Thema hat eine eigene Seite mit den wichtigsten Begriffen aus dem Trainer, den Aufgabenstellungen und den passenden Formeln:

  • Rechnungswesen
    Das Rechnungswesen erfasst alle Geschäftsfälle eines Unternehmens in Zahlen — von Inventur, Inventar und Bilanz über Buchungssätze auf Bestands- und Erfolgskonten mit Umsatzsteuer bis zur Erfolgsermittlung in der GuV.

Typische Prüfungsaufgaben zu Lernfeld 6

Der Trainer enthält 14 Aufgaben zu diesem Lernfeld, verteilt auf 3 Aufgabenformate (Multiple Choice, Rechnung, Offen). Ein Ausschnitt der Aufgabenstellungen:

  • Buchungssatz beim Zielverkauf von WarenMultiple Choice · Leicht
  • Zahlungseingang mit Kundenskonto buchenMultiple Choice · Mittel
  • Bestands- und Erfolgskonten unterscheidenMultiple Choice · Leicht
  • Bilanzveränderung beim ZahlungseingangMultiple Choice · Mittel
  • Umsatzsteuer, Vorsteuer und VorsteuerüberhangMultiple Choice · Mittel
  • E-Rechnung im B2B: Empfangs- und AusstellungspflichtMultiple Choice · Schwer
  • Umsatzsteuer-Zahllast eines Monats ermittelnRechnung · Mittel
  • Anschaffungskosten und zeitanteilige lineare AbschreibungRechnung · Schwer
  • Eigenkapital aus dem Inventar ermittelnRechnung · Leicht
  • Rohgewinn und Jahresergebnis aus der GuVRechnung · Mittel

Häufige Fragen zu Lernfeld 6

In welchem Ausbildungsjahr kommt Lernfeld 6 dran?

Lernfeld 6 „Werteströme erfassen und beurteilen“ ist im Rahmenlehrplan dem 2. Ausbildungsjahr zugeordnet und umfasst 80 Unterrichtsstunden.

In welchem Prüfungsteil wird Lernfeld 6 geprüft?

Der Stoff von Lernfeld 6 wird vor allem hier geprüft: Teil 2 „Kundenbeziehungsprozesse“ (150 Minuten, 30 % der Endnote). Die Abschlussprüfung für Kaufleute für Büromanagement ist gestreckt: Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt, Teil 2 am Ende der Ausbildung (§ 7 BüroMKfAusbV).

Was muss ich in Lernfeld 6 können?

Geschäftsfälle anhand von Belegen buchen, Umsatzsteuer abrechnen und den Erfolg des Unternehmens ermitteln. Die Kernthemen sind: Inventur, Inventar, Bilanz; Bestands- und Erfolgskonten, Buchungssätze; Umsatzsteuer, Vorsteuer, Zahllast; Belege & Aufbewahrung; GuV & Abschreibung.

Wie viel Übungsmaterial gibt es zu Lernfeld 6?

Bei Büromausi sind 14 Aufgaben mit Musterlösung und 16 Karteikarten diesem Lernfeld zugeordnet. Ein Teil davon ist ohne Bezahlung zugänglich.

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Bei Büromausi findest du zu diesem Lernfeld prüfungsnahe Aufgaben mit Musterlösung, Karteikarten mit Spaced Repetition und Prüfungssimulationen — alle den 13 Lernfeldern nach AO 2025 zugeordnet, mit echtem Fortschritt.

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